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Red Bull verwundert über "unglaubliche" Mercedes-PS

Bei Red Bull wird über die PS-Power der Konkurrenz diskutiert
Bei Red Bull wird über die PS-Power der Konkurrenz diskutiert
Foto: © getty, Mark Thompson
25. Juni 2017, 07:36

Am Freitag unter ferner liefen, nach dem Qualifying schon wieder oben auf: Die wundersame Wiederauferstehung der Mercedes-Mannschaft im Laufe des Aserbaidschan-Grand-Prix könnte nicht nur damit zu tun haben, dass die Silberpfeile ihre "kapriziöse Diva" W08 mit dem richtigen Set-up gebändigt haben.

Glaubt man Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko, verfügt der V6-Hybridantrieb aus Brixworth über einen Boost-Modus speziell für das dritte Segment des Zeittrainings.

Der Österreicher meint, er habe im Glauben an eine Pole-Position für Max Verstappen unterschätzt, dass Mercedes "nach wie vor in Q3 das Dampfrad drehen und unglaubliche PS-Überschüsse erreichen" würde. Den Eindruck unterstreicht: Lewis Hamilton steigerte sich vom zweiten zum dritten Abschnitt um 0,682 Sekunden. Bei Valtteri Bottas waren es 0,475 Sekunden. Im Vergleich dazu wurden Sebastian Vettel im Ferrari und Verstappen nur 0,060 respektive 0,082 Sekunden schneller.

Sollte es den Boost geben, wäre er nicht per se illegal. Denkbar scheint, dass Hamilton und Bottas Reserven mit Blick auf die Zuverlässigkeit nicht nutzen dürfen, für einzelne Runden aber die Freigabe von der Box erhalten. Das Mysterium ist vielmehr, woher genau die zusätzliche Power kommt.

Woher kommen die PS? "Schon x Motorenleute gefragt"

Marko vermag das Rätsel nicht zu lösen: "Ich habe auch schon x Motorenleute gefragt: Wie kann man für eine Runde so viele PS hervorzaubern? Das weiß keiner", schüttelt er den Kopf. Der Verdacht, dass - wie einst von Red Bull vermutet - der verbotene Zusatz von Öl im Benzin der Grund ist, scheint hanebüchen. Schließlich hat die FIA den Trick mit zwei Direktiven verboten und nimmt seit Montreal Proben. Es war nicht Mercedes, das in der Folge langsamer wurde, sondern Ferrari.

Sportchef Toto Wolff äußert sich nicht dazu, ob es den Q3-Boost gibt. Er deutet lediglich an, dass seine Truppe am Sonntag nicht die gleichen Vorteile haben könnte wie am Samstag. Dafür kommen jedoch auch Ursachen infrage. "Der Vorsprung ist schon schön, er gibt aber wenig Aufschluss auf das Kräfteverhältnis der drei Topteams im Rennen", gibt Wolff zu bedenken. An die Eindrücke des Freien Trainings am Freitag erinnert er ungern: "Auf den Longruns war alles viel ausgeglichener."

Das könnte in Baku für eine spannende Entscheidung sorgen, bei der Mercedes nicht wie im Qualifying mit 1,100 Sekunden Vorsprung die Szenerie dominiert. "Das Rennen wird komplett anders, weil das Auto schwer ist", denkt Hamilton an volle Tanks, die meist den Reifenverschleiß erhöhen und andere Abstimmungsvarianten bevorzugen. Vorraussetzungen, die zuletzt Ferrari und auch der Red-Bull-Mannschaft in die Karten gespielt haben. Allerdings plagt die Konkurrenten der Silberpfeile das Problem, dass ihnen nach dem Start die Möglichkeiten ausgegangen sein könnten.

Vieles deutet auf einen Boxenstopp hin

Überholen ist schwierig, die Boxenstrategien sind limitiert. Vieles spricht dafür, dass alle Autos in den Top 10 mit dem gebrauchten Supersoft aus dem Qualifying solange fahren, wie es geht, und bei ihrem einzigen Boxenstopp den Soft aufschnallen. Pirelli-Manager Mario Isola erwartet nicht, dass irgendwer zur härtesten Mischung greift: "Wir waren sehr konservativ. Wir wussten, dass der Medium kaum genutzt werden würde." Schließlich ist der Pneu Berechnungen der Italiener zufolge eine Sekunde pro Runde langsamer als der Soft. 1,6 bis 1,7 Sekunden trennen ihn von dem Supersoft.

Dennoch gibt es ein großes Fragezeichen: Wie lange hält der Soft ohne signifikanten Zeitverlust durch? "Der Abbau scheint weniger ein Problem zu sein, aber es ist schwierig einzuschätzen, weil sich die Strecke stark entwickelt", erklärt Isola. Ist er wie erwartet niedrig, wird der Verschleiß zum entscheidenden Faktor. Stellt er sich trotz des glatten Asphalts in Baku als hoch heraus, könnten einige Fahrer versuchen, das Feld nach einem zweiten Stopp auf Supersoft zu durchpflügen.

Interessant: Während Hamilton und die Red-Bull-Piloten noch mindestens einen frischen Satz der rot markierten Mischung zur Verfügung haben, lagern bei Bottas und den Ferrari-Fahrern nur gebrauchte Gummis. Wenn die Temperaturen wie angekündigt steigen sollten, könnte der Soft auf die Distanz gesehen besser sein, weil weichere Mischungen eher überhitzen. Hamilton weiß, dass bei der Strategie viele Unbekannte lauern: "Kimi (Räikkönen; Anm. d. Red.) hat gesagt, dass die Reifentemperaturen ein Problem darstellen. Ungewöhnlich, weil sie damit sonst keine Probleme haben."

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1ArgentinienFranco ColapintoAlpine F1 Team0
2FrankreichPierre GaslyAlpine F1 Team0
3SpanienFernando AlonsoAston Martin F1 Team0
4KanadaLance StrollAston Martin F1 Team0
5FinnlandValtteri BottasCadillac F1 Team0

Aserbaidschan GP 2017

1AustralienDaniel Ricciardo2:03:55.570h
2FinnlandValtteri Bottas+3.904s
3KanadaLance Stroll+4.009s
4DeutschlandSebastian Vettel+5.976s
5GroßbritannienLewis Hamilton+6.188s

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