Suche Heute Live
Formel 1Formel 1
Artikel teilen

Formel 1
Formel 1

Tops & Flops: Hamilton rockt, Pérez bockt

Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Kanada souverän für sich entschieden
Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Kanada souverän für sich entschieden
Foto: © Andre/Eibner-Pressefoto
12. Juni 2017, 16:08
sport.de
sport.de

Ein fehlerfreier Vize-Weltmeister, ein störrischer Mexikaner, ein rabenschwarzer Auftritt der "Stiere" und ein Rookie, der sein Crash-Kid-Image endlich ablegt: Der Große Preis von Kanada sorgte am Sonntag für beste Motorsport-Unterhaltung. sport.de präsentiert die drei großen Gewinner und Verlierer des Rennens auf dem Circuit Gilles-Villeneuve.

Die Gewinner des Wochenendes:

Lewis Hamilton. "Hammertime" in Kanada! Der dreifache Weltmeister meldete sich mit einer perfekten Vorstellung eindrucksvoll im Kampf um die WM zurück. Seine Rekordrunde bescherte ihm die Pole, ein souveräner Start die Führung von der ersten bis zur letzten Runde. Der Brite deklassierte die Konkurrenz und sicherte sich kurz vor Schluss zudem noch die schnellste Runde des Rennens. Als Bonbon gab es für seine 65. Pole Position einen Helm von seinem Idol Ayrton Senna.

Nach dem guten Start setzte Hamilton die Mercedes-Taktik perfekt um. Während sich die Rivalen des Briten aufrieben und wichtige Sekunden liegen ließen, zog der 32-Jährige von Runde zu Runde weiter davon. Ob auf den Ultrasoft oder Supersoft, Hamilton quetschte aus beiden Mischungen das Optimum heraus und freute sich nach dem "Spaziergang" völlig zu Recht über seinen dritten Saisonsieg.

Lance Stroll. Ein möglicher Strategiefehler des Teams kostete Lance Stroll am Samstag einen besseren Startplatz bei seinem Heimrennen. Umso größer war die Motivation des Rookies, es am Sonntag besser zu machen. Schon beim Start sprang der Kanadier bis auf Platz 13 nach vorne. Nach seinem einzigen Stopp in Runde 26 rutschte der 18-Jährige wieder bis auf Rang 17 ab. Anschließend begann die große Aufholjagd.

Auf der Strecke ließ Stroll in seinem überlegenen Williams erst Palmer, anschließend Grosjean, Vandoorne und Alonso stehen. Dabei leistete sich der oftmals als Crash Kid verschriehene Youngster kaum einen Fehler. Das alles auf einem Kurs, auf dem die Betonwände gefährlich nah an der Rennstrecke stehen. Nach der berechtigten Kritik in den letzten Wochen hat Lance Stroll in Kanada gezeigt, dass er nicht nur wegen des Geldes hinter dem Steuer sitzt.

Romain Grosjean. Nach einem knappen Kilometer sah es so aus, als würde Romain Grosjean sein drittes Punkte-Finish in Folge verpassen. Mit einem rücksichtslosen Manöver wurde der Franzose von Carlos Sainz fast von der Strecke geschossen. Doch der Haas-Pilot fing sich, preschte schon wenige Runden später auf Platz 13 nach vorne und legte in den letzten 25 Runden ein starkes Finish hin, das ihm als Zehnter immerhin noch einen Zähler sicherte.


Die Verlierer des Wochenendes:

Toro Rosso. Ein völlig gebrauchtes Wochenende für die "Stiere". Carlos Sainz bewarb sich mit seinem Harakiri-Manöver in Runde eins für den Preis des Bruchpiloten. Mit seiner unnötigen Aktion beendete er sein eigenes und das Rennen von Felipe Massa. Romain Grosjean hatte Glück, dass er die Kontrolle über seinen Boliden bei 300 km/h wie durch ein Wunder behielt. Die verdiente Quittung für seine rücksichtslose Attacke bekam Sainz nach dem Rennen in Form einer Strafversetzung für das kommende Rennen.

Nur unwesentlich besser lief es für Daniil Kvyat. Wie das Reglement beim Start aussieht, sollte ein Fahrer wissen. Wenn nicht, sollte das Team den Piloten rechtzeitig informieren. Beides ist im Fall des Russen nicht passiert. Dass Probleme an der Felge für das Aus in Runde 54 sorgten, passte ins Bild. An Kvyats Schimpftirade auf die Stewards war ein Stückchen Wahrheit, den schwachen Gesamteindruck konnte das aber nicht verdecken.

Sergio Pérez. Dass der Mexikaner in der Schlussphase mit aller Macht versuchte an Daniel Ricciardo vorbeizukommen, ehrt ihn. Dass er sich deswegen einer Teamorder widersetzte, spricht nicht für den Teamplayer Sergio Pérez. Esteban Ocon war in der Schlussphase der deutliche schnellere der beiden Force-India-Piloten und hätte mit seiner Pace eine bessere Chance auf ein erfolgreiches Überholmanöver gegen den Australier gehabt. Doch Pérez stellte sich buchstäblich quer.

Die Folge von Pèrez' Dickschädel war für das Team gravierend: Sebastian Vettel schloss in Windeseile auf und nutzte den Zweikampf zwischen den beiden Stallgefährten, um beide ohne Probleme hinter sich zu lassen. Ob Ocon an Ricciardo vorbeigekommen wäre, lässt sich nicht beantworten. Sicher ist dagegen: Er hätte im Vergleich zu seinem Teamkollegen die deutlich größere Chance gehabt.

Kimi Räikkönen. 0,463 Sekunden fehlten Räikkönen im Qualifying auf Sebastian Vettel - ein Riesenabstand auf einer kurzen Strecke wie in Montréal. Im Rennen wurde der Finne nach einem schwachen Start direkt auf Platz sechs durchgereicht. Anschließend ging es nach einem Fahrfehler gar auf Rang sieben zurück. In der Folge fing sich der Iceman, nur um kurz vor Schluss von technischen Problemen ausgebremst zu werden.

Alles in allem erlebte der 37-Jährige einmal mehr ein durchwachsenes Wochenende. Sein Rückstand auf Sebastian Vettel beträgt schon nach sieben Rennen 64 Punkte. Den Status als Nummer zwei wird Räikkönen in dieser Saison ganz sicher nicht mehr los.

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1ArgentinienFranco ColapintoAlpine F1 Team0
2FrankreichPierre GaslyAlpine F1 Team0
3SpanienFernando AlonsoAston Martin F1 Team0
4KanadaLance StrollAston Martin F1 Team0
5FinnlandValtteri BottasCadillac F1 Team0

Kanada GP 2017

1GroßbritannienLewis Hamilton1:33:05.154h
2FinnlandValtteri Bottas+19.783s
3AustralienDaniel Ricciardo+35.297s
4DeutschlandSebastian Vettel+35.907s
5MexikoSergio Pérez+40.476s

Newsticker

Alle News anzeigen