Kapitän Michael Wolf hat Meister Red Bull München zum zweiten Sieg im zweiten Finalspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg geführt und einen persönlichen Meilenstein gesetzt.
Michael Wolf ist ein Star, der keiner sein will. Auch sein 300. Tor in der Deutschen Eishockey Liga bezeichnete der bodenständige Stürmer staubtrocken als "schöne Marke" und "Momentaufnahme". Bei anderen löste der Meilenstein deutlich größere Begeisterung aus. "Sein Antritt krümmt Zeit und Raum", twitterte sein Klub Red Bull München: "Was für ein Tor vom Captain!"
Mit seinem unnachahmlichen Jubiläumstreffer zum 2:2-Ausgleich (37.) war Wolf ein Wegbereiter für das 3:2 (0:1, 3:1, 0:0) des Meisters im zweiten Final-Duell bei den Grizzlys Wolfsburg. Beim Stand von 2:0 in der "Best of seven"-Serie können sich die Münchner am Donnerstag (19:30 Uhr) zu Hause bereits drei Matchbälle erspielen und am Samstag in Wolfsburg womöglich bereits den zweiten Meistertitel perfekt machen.
"Der Wolfi ist einfach der Wolfi"
Und Wolf (36) hat die Chance, in der ewigen DEL-Torjägerliste weiter Jagd auf Patrick Reimer zu machen. Der im Halbfinale ausgeschiedene Nürnberger hatte als erster Profi die 300-Tore-Schallmauer durchbrochen und steht aktuell bei 305 Treffern. "Ich habe ihm zum 300. Tor geschrieben, es ist durchaus möglich, dass er mir auch kurz schreibt", sagte Wolf grinsend.
Gewohnt bescheiden sieht der langjährige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft langfristig Reimer im Vorteil: "Das Duell gewinnt Patrick. Er ist ein bisschen jünger und wird wohl ein wenig länger spielen. Die letzten Jahre hat er auch immer ein paar Tore mehr geschossen."
Seine Mannschaft würde Wolf, der 233 Tore im Trikot der Iserlohn Roosters erzielte, dennoch nicht gegen Reimer eintauschen. "Er ist ein super Leader", sagte Siegtorschütze Frank Mauer (40.): "Der Wolfi ist einfach der Wolfi." Auch Meistertrainer Don Jackson schätzt die Qualitäten seines Kapitäns auf dem Eis und in der Kabine: "Er ist eine Top-Führungspersönlichkeit, er gibt von Anfang bis zum Ende der Saison jeden Tag immer alles. Und er ist ein super Spieler."
Erneuter "Sweep" gewollt
Das bewies der gebürtige Österreicher am Dienstagabend bei seinem Tor. Nach einem tollen Pass von Yannic Seidenberg brachte Wolf den Puck zunächst gekonnt unter Kontrolle, dann war sein Antritt zu schnell für Gegenspieler Armin Wurm. Und schließlich ließ er dem starken Wolfsburg-Torwart Felix Brückmann mit einer Finte und einem Rückhandschuss keine Chance.
Der Ausgleichstreffer fiel im ersten Überzahlspiel der Münchner, die zuvor sechs Unterzahlspiele schadlos überstanden hatten. "Die Special Teams waren mit Sicherheit ein Schlüssel zum Erfolg", sagte Wolf, während Grizzlys-Trainer Pavel Gross die Leistung seiner Spieler im Powerplay mit nur einem Wort kritisierte: "Katastrophe!"
Genau wie im Finale der vergangenen Saison hat München das erste Spiel gegen Wolfsburg in der Verlängerung und das zweite nach einem 0:2-Rückstand gewonnen. Ein gutes Omen? "Wenn es wieder so ausgeht wie letztes Jahr, dann haben ich nichts dagegen", sagte Wolf. 2016 holten sich die Bayern mit einem "Sweep" (4:0) ihren Premieren-Titel.



















