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Flandern: Degenkolb will sich Traum erfüllen

John Degenkolb will sich seinen Wunsch vom Flandern-Sieg erfüllen
John Degenkolb will sich seinen Wunsch vom Flandern-Sieg erfüllen
Foto: © imago sportfotodienst
31. März 2017, 13:01

Es ist die pure Faszination, berauschend, manchmal dramatisch - und sie zieht ganz Belgien jedes Jahr in ihren Bann. Die Flandern-Rundfahrt ist ein wahres Volksfest, nicht weniger als ein Heiligtum des Radsports mit 260 kräftezehrenden Kilometern über 18 giftige Steigungen und unbehagliche Holperpisten.

"Vlaanderens mooiste - Flanderns Schönste" ist beileibe keine gewöhnliche Geliebte. Und doch wünscht sich Klassikerspezialist John Degenkolb sehnlich, sie endlich einmal zu erobern. Fünfmal hat er bisher vergeblich Anlauf genommen, beim sechsten Mal soll es klappen. "Die Ronde ist einfach ein großer Traum", sagt der Wahl-Hesse, "aber nicht nur von mir."

Degenkolb, der bislang zwei Radsport-Monumente gewonnen hat, weiß um die große Konkurrenz. Er weiß, dass vor allem Weltmeister Peter Sagan und der derzeit überragende Olympiasieger Greg van Avermaet auch nach dem Triumph in Oudenaarde lechzen. Und Degenkolb weiß auch, dass er einen perfekten Sonntag und die perfekte Taktik braucht. "Es muss alles passen, der gewisse Überraschungseffekt dabei sein. Alles oder nichts", sagt er.

"Nicht denken - einfach fahren"

Der 28-Jährige hat bei Trek-Segafredo eine starke Mannschaft um sich mit reichlich Klassikererfahrung. Degenkolb hat wohl auch die nötige Verfassung, um im Finale eine Rolle zu spielen. Was ihm in diesem Frühjahr bisher aber fehlte, ist der Killerinstinkt, findet sein Sportlicher Leiter Dirk Demol. "Aggressivität im richtigen Augenblick", nennt es der Belgier bei "cyclingnews.com": "Nicht denken - einfach fahren."

Degenkolb hat sich ein bisschen Ruhe gegönnt nach Gent-Wevelgem am vergangenen Wochenende, am Donnerstag nahm er dann auch die Schlüsselstellen Oude Kwaremont und Paterberg unter die Lupe. Dort, wo die Reihen der enthusiastischen Fans besonders dicht sind, wird die Entscheidung vorbereitet, dort setzte sich Sagan im Vorjahr ab. "Er zieht im Moment wie ein Moped auf", sagt Degenkolb über die aktuelle Form des Slowaken. Aber der gebürtige Thüringer will dennoch mithalten und am Ende seine Spurtfähigkeit ausspielen.

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