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Alonso mit McLaren in der Sackgasse

Fernando Alonso steht eine schwere Saison mit McLaren bevor
Fernando Alonso steht eine schwere Saison mit McLaren bevor
Foto: © getty, Mark Thompson
24. März 2017, 12:22

Fernando Alonso musste mit einer Breitseite rechnen. Und doch wagte er es. Auf die Frage, welchen Wunsch er an den neuen Formel-1-Besitzer Liberty Media habe, antwortete der zweimalige Weltmeister mit einem Augenzwinkern: "Gleiche Motoren für alle!" Die Spitze von Mercedes-Star Lewis Hamilton kam prompt: "Aber bitte nicht von Honda."

Bei aller vielleicht nicht ganz ernst gemeinten Neckerei unter Fahrerkollegen droht Alonso in seiner 16. Königsklassen-Saison tatsächlich zu einem fahrenden Witz zu werden - wenn der McLaren-Honda des stolzen Spaniers denn einmal fährt.

Anstatt im dritten gemeinsamen Jahr zur Spitze der Formel 1 aufzuschließen, ist das einstige Weltmeisterteam aus Woking wegen der leistungsschwachen und anfälligen Power Unit von Honda aktuell die größte Enttäuschung im Feld.

"Das ist keine Wohltätigkeitsveranstaltung"

Beim Saisonauftakt in Melbourne würde es an ein Wunder grenzen, wenn Alonso und sein neuer Teamkollege Stoffel Vandoorne auf einmal um Punkte kämpfen könnten. Realistischer erscheinen Duelle mit Underdog Sauber am Ende des Feldes. Feiner Unterschied: Der Schweizer Rennstall muss mit einem Ferrari-Motor von 2016 vorlieb nehmen, McLaren hat ein eigens für den MCL32 zugeschnittenes Aggregat.

"Es ist definitiv frustrierend, und ich bin natürlich nicht zufrieden", sagte Alonso in Melbourne mit unverkennbarer Bitterkeit in der Stimme: "Wir müssen reagieren, und das schnell, denn das ist die Formel 1. Keiner wartet auf dich. Das ist keine Wohltätigkeitsveranstaltung."

Rückkehr als großer Fehler

Viele Beobachter zählen Alonso immer noch zu den drei besten Fahrern, doch mit bald 36 Jahren ist seine Zeit in der Formel 1 begrenzt. Kritiker rechnen dem Champion von 2005 und 2006 vor, er könnte heute vielleicht sogar siebenmaliger Weltmeister wie Michael Schumacher sein, hätte er bei seinen Teamwechseln andere, bessere Entscheidungen getroffen.

Die Rückkehr 2015 zu McLaren, für das er 2007 den Titel nach einem heißkalten Stallkrieg mit Hamilton an den lachenden Dritten Kimi Räikkönen verlor, entpuppt sich immer mehr als sein größter Fehler.

Verlängerung in der Schwebe

Nach der harschen Kritik von Alonso und Teamchef Eric Boullier vor wenigen Wochen an Honda ist bei McLaren mittlerweile Diplomatie angesagt. "Es wird kein einfaches Jahr, aber wir stehen natürlich zu Honda", sagte Team-Geschäftsführer Zak Brown in Melbourne: "Den ersten Teil des Qualifyings zu überstehen und mit beiden Autos das Ziel zu erreichen, wäre hier ein gutes Ergebnis."

Für einen 32-maligen Grand-Prix-Sieger wie Alonso muss das wie blanker Hohn klingen. Ende des Jahres läuft sein Vertrag aus. Auf eine Verlängerung sollte man im Moment kein Geld setzen.

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1ArgentinienFranco ColapintoAlpine F1 Team0
2FrankreichPierre GaslyAlpine F1 Team0
3SpanienFernando AlonsoAston Martin F1 Team0
4KanadaLance StrollAston Martin F1 Team0
5FinnlandValtteri BottasCadillac F1 Team0

Australien GP 2017

1GroßbritannienLewis Hamilton1:23.620m
2DeutschlandSebastian Vettel+0.547s
3FinnlandValtteri Bottas+0.556s
4FinnlandKimi Räikkönen+0.905s
5AustralienDaniel Ricciardo+1.030s

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