Die Dominanz der Silberpfeile geht weiter: Nachdem Lewis Hamilton schon im ersten freien Training zum Großen Preis von Australien die Bestzeit setzte, dominierte der Brite auch das zweite Training.
Während die Teams in der ersten Session in erster Linie auf Zeitenjagd gingen, standen im zweiten Training die Longruns im Fokus. Und auch hier war der amtierende Vize-Weltmeister eine Klasse für sich.
Mit 1:23.620 Minuten war der Brite nicht nur der Schnellste - er kam dem Streckenrekord von Sebastian Vettel aus dem Qualifying 2011 schon sehr nah (1:23.529). Die 20 Zentimeter breiteren Formel-1-Autos 2017 mit ihren ebenfalls Reifen werden dieses Jahr noch viele Rundenrekorde aufstellen.
"Es war zu 99 Prozent perfekt heute", sagte Hamilton: "Nach den schwierigen Testfahrten ist das Auto jetzt da, wo es sein sollte. Aber wir werden erst morgen sehen, wo wir wirklich stehen." Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff lobte seinen Starpiloten ausdrücklich: "Lewis hatte einen sehr guten Tag. Wir hatten nach den Testfahrten einige Fragezeichen. Für das Team war das heute einer der besseren Freitage."
Vettel erster Verfolger
Bester Verfolger war mit 0,547 Sekunden Rückstand Sebastian Vettel im Ferrari vor dem neuen Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas (+0,556) und Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen (+0,905). "Ich bin nicht glücklich mit der Balance des Autos. Heute ist es immer noch schwer zu sagen, wer wirklich wo steht. Aber wir haben ganz sicher noch Arbeit vor uns", sagte Vettel.
Hinter dem Heppenheimer folgten mit Daniel Ricciardo (+1,030) und Max Verstappen (+1,393) die beiden Red-Bull-Fahrer. Die Top 10 komplettierten Carlos Sainz im Toro Rosso auf dem siebten Rang (+1,464) vor Renault-Fahrer Nico Hülkenberg (+1,858) sowie Daniil Kvyat im zweiten Toro Rosso (+1,873).
Der elfte Rang ging an Sergio Perez im neuerdings gewöhnungsbedürftig rosa lackierten Force India (+1,971) vor Fernando Alonso im McLaren (+2,380), Teamkollege Esteban Ocon (+2,525) und Felipe Massa (+2,711), der nach einem Rücktritt vom Rücktritt wieder für Williams an den Start geht.
Rote Laterne für Wehrlein
Rang 15 belegte mit 2,878 Sekunden Rückstand Marcus Ericsson im Sauber vor den Formel-1-Neulingen Lance Stroll (Williams; +2,905) und Stoffel Vandoorne (McLaren; +2,988). Das Schlusslicht bildeten Pascal Wehrlein im Sauber (+3,299) vor Kevin Magnussen (Haas; +3,659) sowie Renault-Fahrer Jolyon Palmer (+3,929).
Knapp eine halbe Stunde nach Beginn des Trainings der erste Unfall der Formel-1-Saison 2017: Jolyon Palmer verlor bei der Durchfahrt der letzten Kurve die Kontrolle über seinen Renault, drehte sich und krachte rückwärts in die Reifenstapel. Während der Brite unverletzt aus seinem Auto aussteigen konnte, war der Renault im Heckbereich doch recht stark beschädigt.
Abgesehen davon blieb es bei ein paar Ausrutschern neben die Strecke (Verstappen, Grosjean und Ericsson) und einem Getriebeproblem bei Felipe Massa (Williams).
Massa kam damit nur auf sechs gefahrene Runden, bei Verstappen waren es derer acht. Der Niederländer musste am Ende passen, da er sich bei seinem Ausritt den Unterboden aufgerissen hatte, was eine längere Reparatur erforderte.


