Das Wildcard-Weekend ist abgeschlossen, die NFL-Playoffs in vollem Gange. Vor den Division-Spielen schaut sport.de auf die einzelnen Begegnungen: Wer ist Favorit, wer ist Underdog?
Atlanta Falcons vs. Seattle Seahawks
Die Frage vor dem Spiel lautet ganz klar: Welche Seattle-Offense wird auf den Platz kommen und wie wird die Laufleistung sein? In der Begegnung mit den Detroit Lions erliefen sich die Seahawks immerhin starke 177 Yards. Ein sehr guter Wert, der jedoch für das Running Game des Superbowl-Teilnehmers von 2015 nicht unbedingt typisch ist. Durchschnittlich stehen gerade einmal 99 Yards pro Spiel bei den Seahawks zu Buche. Nur sechs Teams rennen noch weniger.
Ein weiterer Faktor wird Defensive Back Earl Thomas sein. Er fungiert zwar als Coach, fehlt seinem Team aber dennoch als wichtige Stütze. Vor allem wird sich sein Fehlen im Spiel gegen Falcons Wide Receiver Julio Jones bemerkbar machen. Der 27-Jährige spielt eine ganz starke Saison und ist einer der Gründe warum Atlanta in der Postseason ist. Wie schon beim ersten Aufeinandertreffen beider Teams scheint eine Man-Coverage durch Richard Sherman am wahrscheinlichsten.
Doch selbst mit einem eng gedeckten Jones ist die Offense der Falcons (#5 im Running Game, #3 im Passing Game) unter dem Kommando von QB Matt Ryan über jeden Zweifel erhaben. Fraglich ist lediglich, ob auch die Defensiv-Abteilung der Falken ihre Leistung abrufen kann. Zu Beginn der Saison gelang das nicht immer.
Fazit: Es ist kein Zufall, dass die Seahawks zum fünften Mal nacheinander unter den besten Acht stehen. Head Coach Pete Carroll versteht sein Handwerk, allerdings sind die Seahawks angeschlagen. Atlanta hingegen ist ausgeruht, hat keine Verletzungsprobleme und mit Vic Beasly Jr. sogar einen Anführer in den eigenen Reihen. Es wird dennoch ein ganz enges Spiel, bei dem die Falcons einen kleinen Vorteil haben werden.
New England Patriots vs. Houston Texans
27 Punkte erzielten die Pats beim letzten Duell beider Teams. Die Texaner hingegen blieben bei Null. Und das, obwohl Star-Quarterback Tom Brady aufgrund einer Sperre nur zuschauen durfte. Da auch Backup-Spielmacher Jimmy Garoppolo verletzt ausfiel, trat New England sogar mit QB #3 an.
Vor der Partie fragen sich deshalb nicht wenige, wie hoch die Patriots am Ende gewinnen werden. Oder ob Brady in der zweiten Hälfte überhaupt noch spielen müsse. Auch wenn Youngster Brock Osweiler einen sehr guten Start in die Playoffs hatte, gegen New England wird für die Texans nichts zu holen sein. Der Vorteil liegt klar bei den Patriots.
Kansas City Chiefs vs. Pittsburgh Steelers
Etwas weniger eindeutig ist das Matchup zwischen den Chiefs und den Steelers. Vor der Saison wurden gerade die Stahlarbeiter um Spielmacher Ben Roethlisberger als großer SuperBowl-Favorit gehandelt. Dann allerdings kamen Verletzungen und Sperren hinzu. Die letzten acht Spiele konnte Pittsburgh allerdings allesamt für sich entscheiden.
Grund für die Leistungssteigerung? Ein nahezu unaufhaltbares Tandem aus Receiver Antonio Brown und Running Back Le'Veon Bell. Die beiden zeigten im ersten Playoff-Spiel gegen die Dolphins eine absolute Gala-Vorstellung. Die Kansas-Defensive steht jedenfalls vor einer amtlichen Aufgabe.
Die Lösung könnte Justin Houston sein. Der Outside Linebacker fehlte die letzten zwei Spiele verletzt, ist aber Berichten zufolge in guter körperlicher Verfassung. Sollte sich das Gegenteil herausstellen, so stehen die Chiefs vor einem gewaltigen Problem. Denn bereits im letzten Jahr scheiterte die Mannschaft aufgrund einer Verletzung Houstons. Der kleine Vorteil liegt bei den Steelers.
Dallas Cowboys vs. Green Bay Packers
Auf die Begegnung Cowboys vs. Packers fiebert wohl jeder NFL-Fan hin. Das Duell könnte nämlich auch lauten: Dak Prescott gegen Aaron Rodgers. Dabei stellten sich auf Seiten der Green Bay Packers Verantwortliche, Spieler und Fans gerade nur eine Frage: Kann Jordy Nelson spielen? Während der Partie gegen die Giants brach sich der 31-Jährige schließlich zwei Rippen.
Die Chancen auf einen Nelson-Start scheinen daher sehr gering. Selbst wenn der Receiver spielen sollte, so wäre er ein einfaches Ziel für jeden Cowboys-Verteidiger. Es wird also vermutlich darauf ankommen, wie gut Rodgers seine anderen Receiver bedient. Randall Cobb erwies sich gegen New York immerhin als würdige Alternative.
Bei den Cowboys wird die Devise wohl lauten, Rodgers möglichst lange an der Seitenlinie zu halten. Die Anlagen dafür haben die Texaner: In Sachen "Zeit pro Ballbesitz" sind Prescott und Co. ligaweit die Nummer zwei. Im Verbund mit ihrer überragenden Offensive ergibt sich aber am Ende ein leichter Vorteil für die Cowboys.





