Es hätte ein echter Husarenritt zum Sieg werden können, stattdessen wurde es ein nahezu aussichtsloses Unterfangen: Nach ihrer waghalsigen Flucht auf der 16. Tour-de-France-Etappe konnten sich Tony Martin und Julian Alaphilippe dennoch feiern lassen.
Bei hochsommerlichen Temperaturen hatten sich die beiden Fahrer vom Team Etixx-Quick Step auf dem 209 km langen Teilstück von Moirans-en-Montagne nach Bern früh vom Feld abgesetzt. Die Hoffnung nach Weggefährten aus anderen Teams erfüllte sich nicht. Und so spuhlten der deutsche Zeitfahr-Experte und sein Teamkollege Kilometer um Kilometer allein im Wind ab. Der Peloton hielt das Duo zunächst an der langen Leine, bevor es die "Flüchtlinge" rund 20 km vor dem Ziel schluckte und anschließend stehen ließ.
"Ja, es war sicher crazy, aber nicht aussichtslos. Man muss auch mal verrückte Sachen wagen, um etwas Besonderes zu schaffen", rechtfertige Martin im Anschluss an seine Zieldurchfahrt den mutigen Ausreißversuch. Dass es überhaupt zu dieser seltenen Konstellation kam, war dem Zufall geschuldet, wie der 31-Jährige hinterher zugab: "Man kann nicht planen, zu zweit mit einem Teamkollegen auszureißen. Gerade auf einer Flachetappe. Wir wussten, dass es heute eine sehr umkämpfte Ausreißergruppe geben würde. Wir wollten dabei sein. Dann waren wir plötzlich zu zweit alleine."
Die Hoffnung auf Verstärkung aus dem Feld erfüllte sich in der Folge nicht. "Es war zwar eine Viermanngruppe hinter uns. Die war aber nicht so stark, dass sie wirklich näher gekommen wäre", schilderte Martin. Nach dem Motto "Augen zu und durch" versuchte das Duo schließlich sein Glück - und scheiterte. Martin und Alaphilippe beendeten die Etappe auf dem vorletzten und letzten Platz.
Dennoch durften sich die Ausreißer des Tages am Ende für ein Novum feiern lassen: Erstmals in der langen Geschichte der Tour wurden zwei Profis zum "kämpferischsten Fahrer der Etappe" ausgezeichnet.





