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"Cav" krönt famose Karriere mit Gelb

Mark Cavendish erfüllte sich den Traum von Gelb
Mark Cavendish erfüllte sich den Traum von Gelb
Foto: © imago sportfotodienst
03. Juli 2016, 12:19

Mark Cavendish galt als Auslaufmodell, doch zum Auftakt der Tour de France zeigte der britische Ex-Weltmeister Marcel Kittel und Co. die lange Nase.

Delilah Grace Cavendish hockte auf Papas Arm, krallte sich am Gelben Trikot fest und blickte arg gelangweilt drein. Noch einmal sollte Daddy sein Husarenstück zum Auftakt der 103. Tour de France schildern, und Mark Cavendish kam dem gerne nach. "Das ist ja auch ein verflucht emotionaler Moment, auf den ich meine ganze Karriere hingearbeitet habe", sagte der Ex-Weltmeister, nachdem er am Samstag am Utah Beach in der Normandie der Sprintkonkurrenz um Marcel Kittel die lange Nase gezeigt hatte.

Freilich, der 31 Jahre alte Charismatiker von der Isle of Man ist einer der erfolgreichster Radsportler der Geschichte, galt aber schon als Auslaufmodell. Die "Manx Missile" zündete immer seltener, der Abschied Ende 2015 vom großen Team Etixx-Quick Step - wo er von Kittel ersetzt wurde - zur kleineren südafrikanischen Equipe Dimension Data wurde als Rückschritt bewertet. Und nun meldete sich "Cav" ausgerechnet auf der größtmöglichen Bühne zurück: 27. Etappensieg bei der Tour, erstes Gelbes Trikot der Karriere.

Gelb zu tragen "eine große Ehre"

"Das ist das einzige Jersey, das ich noch nicht getragen habe", sagte Cavendish: "Ich bin im Weltmeister-Trikot gefahren, hatte die Punkte-Trikots bei allen großen Rundfahrten, die Leader-Shirts bei Giro und Vuelta." Bei der Tour Gelb zu tragen, wenngleich wohl nur für einen Tag, sei eine große Ehre, sagte Cavendish mit feuchten Augen.

"Für mich ist das keine Überraschung, dass 'Cav' so schnell war", meinte der als Zweiter knapp geschlagene Kittel: "Ich habe großen Respekt vor ihm. Gegen ihn zu verlieren, ist keine Schande." Im Herbst seiner Karriere hat Cavendish das einstige Image des Radsport-Rüpels und Ego-Sprinters längst abgelegt, ist zu einem Grandseigneur der Szene geworden. Und deshalb wollte er am Samstagabend kaum über sich selbst sprechen, sortierte seinen Erfolg lieber in größere Zusammenhänge ein.

"Es könnte keinen besseren Platz für diesen Sieg geben"

"Es könnte keinen besseren Platz für diesen Sieg geben als hier am Utah Beach, wo Soldaten für uns gestorben sind", sagte der Brite, erinnerte an den "D-Day", als am 6. Juni 1944 alliierte Soldaten unter hohem Blutzoll in der Normandie gelandet waren. Und dann sei natürlich auch das soziale Engagement des Teams in dessen afrikanischer Heimat wichtiger als der persönliche Erfolg.

"Wir wollen 5000 Kinder aufs Fahrrad bringen. Und es gibt keine bessere Art dafür zu werben, als im berühmtesten Symbol des Radsports - und das ist das Gelbe Trikot", sagte Cavendish. Und dann hatte Delilah Grace ihren Vater endlich für sich.

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