Erstrunden-K.o. in Paris und keine Aussicht auf Besserung: Sabine Lisicki hat bei den French Open ihre Talfahrt fortgesetzt.
Nach der Blamage von Paris verlor Sabine Lisicki auch den Kampf gegen die Tränen. Wie ein Häufchen Elend saß sie im kleinen Interviewraum 3 und versuchte, die 2:6, 2:6-Erstrundenpleite bei den French Open gegen die Qualifikantin Veronica Cepede Royg irgendwie zu erklären.
Doch die Art und Weise ließ keinen Zweifel zu: Lisickis sportliche Krise hat sich auch aufgrund der privaten Sorgen weiter verschärft. "Ich habe momentan einfach keinen Spaß, es passt nichts zusammen. Ich muss jetzt hoffen, dass die Freude wieder zurückkommt", sagte die ehemalige Wimbledon-Finalistin schluchzend: "Ich brauche jetzt Zeit, um mich zurückzuziehen und zu trainieren."
Lisicki indes setzt in ihrer bislang größten Krise nun alle Hoffnung in ihren neuen Trainer Salvador Navarro, der Flavia Pennetta in der vergangenen Saison zur US-Open-Siegerin machte.
Rittner: "Schatten ihrer selbst"
Auf den Spanier wartet allerdings viel Arbeit: Nach dem großen Regen von Paris wollte die Flutwelle an Fehlern bei Lisicki einfach nicht abebben. 34 sogenannte Unforced Errors erlaubte sich die 26-Jährige gegen die Weltranglisten-161. Cepede Royg. "Sabine war ein Schatten ihrer selbst. Sie wirkte sehr verunsichert, hat momentan einfach kein Selbstvertrauen", sagte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner dem "SID".
Lisicki verließ nach der Blamage mit hängendem Kopf Court 15. Der graue Himmel am zweiten verregneten Turniertag passte zu ihrer ganz persönlichen Untergangsstimmung.
Es war bereits die zwölfte Niederlage im 19. Match der Berlinerin in dieser Saison - und die sechste Auftaktpleite im zwölften Turnier 2016. Gegen die Südamerikanerin, die erst zum zweiten Mal in einem Major-Hauptfeld steht, landeten Lisickis Grundschläge immer wieder weit im Aus.
Bezeichnend: Keinen einzigen Breakpunkt konnte sie sich in der nur knapp eine Stunde dauernden Partie erarbeiten. Nur 50 Prozent ihres einst so gefürchteten ersten Aufschlags kamen ins Feld. Damit hat Lisicki auch ihre letzte Chance auf einen Einzelstart bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro verspielt. Nach ihrem Sturz aus den Top 50 ist sie derzeit nur noch die deutsche Nummer sechs.
Auf der Suche nach dem richtigen Halt
Doch derzeit hat die einstige "Bum-Bum-Bine" ganz andere Sorgen. Lisicki, die zuletzt durch die Trennung von Comedian Oliver Pocher in den Schlagzeilen stand, setzt nun auf die Unterstützung ihres Umfelds. "Wichtig ist es jetzt, die richtigen Leute um sich zu haben. Die braucht man, um Halt zu haben", beteuerte Lisicki. Bei den French Open wird sie noch im Doppel antreten, dann nach Hause fahren - und in Mallorca (ab 13. Juni) wieder an den Start gehen.
Derweil wurden seit Jahren andauernde Diskussionen durch den Regen neu entfacht. In Roland Garros soll erst ab 2020 ein Dach über dem Court Philippe Chatrier zum Einsatz kommen. Bei den Australian Open und in Wimbledon gibt es bereits Abdeckungen - bei den US Open wird das Dach im August eingeweiht.





