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Nach Freezers-Aus: Die DEL zittert

Dieter Hegen sorgt sich um die DEL
Dieter Hegen sorgt sich um die DEL
Foto: © imago sportfotodienst
19. Mai 2016, 14:29

Die meisten Klubs der Deutschen Eishockey Liga sind vom Wohlwollen eines großen Geldgebers abhängig. Wohin das führen kann, zeigt gerade das Beispiel der Hamburg Freezers.

Dieter Hegen hat im deutschen Eishockey schon so ziemlich alles miterlebt. In den vergangenen Tagen hat er sich über das Abschneiden der Nationalmannschaft bei der WM gefreut, doch selbstverständlich beschäftigt ihn auch, was da gerade in Hamburg mit den Freezers passiert ist. "Das ist schon traurig. Das ganze Umfeld, die Fans. Das war genial", sagte Hegen dem SID. Der frühere Torjäger, insgesamt sieben Mal deutscher Meister, gesteht auch: "Man macht sich schon Sorgen."

Hegen sorgt sich - um die Deutsche Eishockey Liga. Und die Sorgen sind berechtigt. Wie die Freezers, bei denen gerade die stinkreiche Anschutz Entertainment Group überraschend den Stecker zog, sind auch die meisten der anderen 13 Klubs der Liga extrem von einem großen Geldgeber abhängig. Entscheidungen und Entwicklungen wie in Hamburg sind also "nie auszuschließen und, insbesondere wenn so kurzfristig, unerfreulich", sagte deshalb DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke dem SID.

Überlebenskampf am Rhein

Auszuschließen ist das nicht, weil im Eishockey die Kosten zu hoch und die Einnahmen zu gering sind. Es ist nur ein paar Tage her, dass auch die Düsseldorfer EG ums Überleben kämpfte: 3,5 Millionen Euro jährlich betrug zuletzt die Unterdeckung, ein Kraftakt war nötig, um die kommenden drei Jahre zu sichern. Der rheinische Rivale stand ebenfalls schon vor dem Kollaps: Im Juni 2010 drohte den Kölner Haien die Insolvenz, weil sich Alleingesellschafter Heinz Hermann Götsch zurückzog.

Die Freezers sind nicht der erste Klub, der dicht macht. Seit Gründung der DEL im Jahre 1994, damals mit 18 Klubs, kamen und gingen zahlreiche Mannschaften: Die Gründungsmitglieder Star Bulls Rosenheim, ESV Kaufbeuren oder Frankfurt Lions spielen unterklassig, die Ratinger Löwen gar nicht mehr. Der EC Hedos München wurde erster Meister in der DEL, musste wegen Schulden in Millionenhöhe in Maddogs München umbenannt werden und war im Dezember 1994 bankrott. Es blieb nicht die einzige Pleite.

"Um in der Deutschen Eishockey Liga zu bestehen, brauchst du einen starken Mäzen", hat Marco Stichnot einmal betont. Er war Manager der Hannover Scorpions, die noch 2010 deutscher Meister waren, dann jedoch 2013 ihre Lizenz an die Schwenninger Wild Wings verkauften. Auch Schwenningen hatte im Jahre 2003 schon mal ein Insolvenzverfahren am Hals. Die Nürnberger Ice Tigers gäbe es längst nicht mehr, wäre nicht 2009 der Schmuckhändler und Eishockey-Enthusiast Thomas Sabo eingestiegen.

Hopp ist nicht nur Hoffenheim

Die Adler Mannheim sind abhängig von Dietmar Hopp, die Grizzlys aus Wolfsburg von VW (Skoda), der ERC Ingolstadt von den Bossen der Saturn-Großmärkte. Der neue deutschen Meister EHC München wird von Red Bull finanziert. All diese Geldgeber seien aber "das Rückgrat einer jeden Liga und alternativlos", verdeutlicht Tripcke. Dies gelte umso mehr, als diesseits der 1. und 2. Bundesliga im Fußball "keine Existenzgrundlage allein durch TV-Gelder und Zuschauereinnahmen besteht".

Tripcke sagt, man müsse "unseren langjährigen Partnern und Investoren dankbar sein und als Liga weiter versuchen, ihnen das bestmögliche Umfeld zu schaffen". Das ist allerdings ohne erhebliche Mehreinnahmen aus einem lukrativen TV-Vertrag kaum möglich. Hegen sieht deshalb die Klubs in der Pflicht, "sich breiter aufzustellen, das ist der richtige Weg". Sonst gehen die Lichter aus, wenn der große Geldgeber den Tresor für immer zusperrt.

AEG hat übrigens mitgeteilt, man wolle sich jetzt auf die Eisbären Berlin konzentrieren. Nur: wie lange noch? Es ist kein Geheimnis, dass die Zahlen auch dort eher rot als schwarz sind.

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Adler Mannheim
Adler Mannheim
Mannheim
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Grizzlys Wolfsburg
Grizzlys Wolfsburg
Wolfsburg
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Straubing Tigers
Straubing Tigers
Straubing
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Löwen Frankfurt
Löwen Frankfurt
Frankfurt
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19:30
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Schwenninger Wild Wings
Schwenninger Wild Wings
Schwenni.
0
Kölner Haie
Kölner Haie
Kölner Haie
0
19:30
Fr, 23.01.
EHC München
EHC München
München
0
Fischtown Pinguins
Fischtown Pinguins
Bremerhaven
0
19:30
Fr, 23.01.
Dresdner Eislöwen
Dresdner Eislöwen
Dresden
0
Iserlohn Roosters
Iserlohn Roosters
Iserlohn
0
19:30
Fr, 23.01.
Eisbären Berlin
Eisbären Berlin
Berlin
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ERC Ingolstadt
ERC Ingolstadt
Ingolstadt
0
19:30
Fr, 23.01.
Nürnberg Ice Tigers
Nürnberg Ice Tigers
Nürnberg
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Augsburger Panther
Augsburger Panther
Augsburg
0
19:30
Fr, 23.01.
#MannschaftMannschaftSp.SOTPENOTPEToreDiff.Pkt.
1Kölner HaieKölner HaieKölner Haie412903711159:1045595
2Adler MannheimAdler MannheimMannheim4124121121148:994981
3EHC MünchenEHC MünchenMünchen4124211211139:1013880
4ERC IngolstadtERC IngolstadtIngolstadt4123321300167:1184979
5Straubing TigersStraubing TigersStraubing4123111510141:1162574
6Fischtown PinguinsFischtown PinguinsBremerhaven4119311701130:126466
7Eisbären BerlinEisbären BerlinBerlin4116421522139:133664
8Grizzlys WolfsburgGrizzlys WolfsburgWolfsburg4117101733124:117759
9Nürnberg Ice TigersNürnberg Ice TigersNürnberg4116201913132:138-656
10Schwenninger Wild WingsSchwenninger Wild WingsSchwenni.4115032030116:127-1154
11Augsburger PantherAugsburger PantherAugsburg4111321753120:148-2851
12Iserlohn RoostersIserlohn RoostersIserlohn411032231299:133-3443
13Löwen FrankfurtLöwen FrankfurtFrankfurt41920252394:162-6836
14Dresdner EislöwenDresdner EislöwenDresden41511304082:168-8623
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#NamePenaltyTore
1Eisbären BerlinLiam Kirk029
2ERC IngolstadtRiley Barber026
Kölner HaiePatrick Russell026
4Nürnberg Ice TigersSamuel Dove-McFalls020
5Adler MannheimNicolas Mattinen118
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