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Hazard: Jenseits von Eden

Eden Hazard hat eine Horrorsaison hinter sich
Eden Hazard hat eine Horrorsaison hinter sich
Foto: © getty, Mike Hewitt
03. Mai 2016, 10:20
sport.de
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Eden Hazard hat bei Chelsea eine Horrorsaison hinter sich, darf sich dank seines Traumtores gegen die Spurs am Montag aber immerhin als Meistermacher bezeichnen. Trotzdem gilt der Belgier als ein Gesicht der Blues-Krise. Nun droht dem 25-Jährigen eine Saison ohne internationalen Fußball.

Eden Hazard bekommt den Ball in halblinker Position im Strafraum, blickt kurz auf und dreht das Leder wunderbar rechts oben in die Maschen. Die Freude beim kleinen Offensivmann ist groß. Zwar hat Chelseas Nummer 10 gerade nur den 2:2-Ausgleich im für sein Team eigentlich unbedeutenden Derby gegen Tottenham geschossen. Aber er weiß ganz genau, dass dieser Treffer die minimale Titelchance des Lokalrivalen zunichte und das Überraschungsteam aus Leicester zum Meister macht.

So spielte Hazard kurz vor Saisonende doch noch einmal eine Rolle im Kampf um die Trophäe in der höchsten englischen Spielklasse. Chelsea selbst war über die gesamte Spielzeit weit davon entfernt. Auch weil Hazard einfach nicht ins Rollen kam. Das sehenswerte Tor gegen die Spurs war erst sein viertes im laufenden Wettbewerb.

Die Formkrise des Ausnahmekönners war ein Spiegelbild des Abschneidens seines Teams: Der Titelverteidiger verpatzte den Saisonstart völlig, stand zeitweise sogar auf einem Abstiegsplatz, Teammanager José Mourinho musste seinen Hut nehmen. Als Gesicht der Krise sahen nicht wenige Eden Hazard - immerhin Englands Spieler des Jahres 2015.

In der Vorsaison hatte der belgische Nationalspieler seine Blues noch mit 14 Treffern und zehn Assists zum Titel geführt. Ex-Coach Mourinho sagte zu der Zeit: "Da die Premier League die beste Liga der Welt ist, denke ich, dass er zu den besten Spielern gehört." "The Special One" sah die Leistungen seines Flügelstürmers damals sogar besser als die eines Cristiano Ronaldo.

"Ich will der Beste sein"

Ronaldo, Messi, von diesen Regionen träumte auch Hazard selbst. "Eines Tages will ich der Beste sein und diese Saison war schon sehr gut", erklärte er. Dass auf die beste Saison seiner Karriere die schlechteste folgen sollte, konnte er damals noch nicht ahnen. Die heutigen Stars der Liga tragen andere Namen: Jamie Vardy etwa, Leicesters Torjäger, oder dessen kongenialer Nebenmann Riyad Mahrez.

Immerhin: Zuletzt ließ Hazard einen Aufwärtstrend erkennen. Vor seinem Traumtor gegen die Spurs knipste er im Auswärtsspiel gegen Bournemouth sogar zweifach. Dabei musste er zuletzt knapp einen Monat wegen Hüftproblemen pausieren und verpasste fünf Spiele seines Teams.

Offensichtlich tat ihm die Pause gut, das Sorgenkind wirkt mental befreit. "Hazard war wieder leicht in seinen Bewegungen. Wir hatten darüber gesprochen, dass er 45 Minuten oder etwas mehr spielt, aber er hat es so sehr genossen, dass er das ganze Spiel gespielt hat. Das ist ein Zeichen seiner guten Mentalität", sagte Blues-Teammanager Guus Hiddink nach dem Bournemouth-Spiel.

Paris, Madrid oder keine Champions League?

Dennoch wird Hazard die Saison mit dem entthronten Meister im grauen Mittelfeld abschließen und in der kommenden Spielzeit nicht in Europa unterwegs sein. Das letzte Champions-League-Spiel für mindestens ein Jahr bestritt Chelsea Mitte Februar gegen Paris Saint-Germain, ausgerechnet gegen jenen Verein also, dem immer wieder ein Interesse an Hazard nachgesagt wird.

Englische und französische Medien berichteten rund um das Duell übereinstimmend, Hazard könne zur nächsten Saison in die französische Hauptstadt wechseln. "Es ist schwierig, PSG abzusagen, oder einem anderen Team, das die Champions League gewinnen kann", sagte er im Interview mit "Le Parisien" und befeuerte damit die Gerüchte noch zusätzlich. Auch Real Madrid soll seit Jahren am Belgier baggern. Dort sitzt Hazards Idol Zinédine Zidane auf der Trainerbank.

Erreicht der potentielle Weltklassespieler tatsächlich wieder seine Normalform, muss er die Blues im Sommer verlassen, wenn er europäisch spielen will. Sein Vertrag in London läuft noch bis 2020. Trotz der Formkrise der letzten Monate dürften Roman Abramovich und die Klubführung eine horrende Summe für ihren international immer noch begehrten Akteur aufrufen.

Festzustehen scheint Hazards Abschied von der Insel jedoch noch nicht. "Er ist mit allem in und um Chelsea sehr glücklich. Er wird nächste Saison sehr wichtig sein", sagt der scheidende Coach Hiddink, der das Zepter an der Stamford Bridge an Antonio Conte weiterreicht. Bleibt Hazard bei Chelsea, droht ihm eine Saison ohne die große Bühne Königsklasse. Dann wäre Hazard unabhängig von seiner eigenen Leistung ein weiteres Jahr jenseits von Eden.

Florian Pütz/Tobias Knoop

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