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Vor 15 Jahren: Dortmund & der Kleine Mozart

Tomáš Rosický wechselte vor 15 Jahren zum BVB.
Tomáš Rosický wechselte vor 15 Jahren zum BVB.
Foto: © getty, Bongarts
13. Januar 2016, 14:11

Das Wintertransferfenster ist geöffnet, die Gerüchteküche brodelt und die Namen von potentiellen Neuzugängen beherrschen die Schlagzeilen aller Medien. Dass diese Entwicklung bei Leibe nicht neu ist, zeigt ein Transfercoup, den der BVB vor genau 15 Jahren an Land zog.

"Jahrhundertalent", "Wunderkind", "Kleiner Mozart" - Die Lobeshymnen überschlugen sich, die Erwartungen der Fans stiegen ins Unermessliche und ganz Dortmund feierte das Engagement eines Spielers, den wenige Wochen zuvor wohl nur die fachkundigsten aller Fußballfachleute auf dem Zettel hatten. Diese Szenerie beschreibt in etwa, was sich am 13. Januar 2016, also vor genau 15 Jahren, in Dortmund abspielte, als ein gewisser Tomáš Rosický den Boden der Ruhrpottmetropole betrat.

Für die damalige Bundesliga-Rekordablöse von etwa 25 Millionen Mark wechselte der damals 20-jährige Tscheche aus seiner Heimat von Sparta Praha zum BVB, der nach den großen Erfolgen Mitte der neunziger Jahre mit Geld nur so um sich schmiss, um zu altem Glanz zurückzukehren. Bei den Schwarz-Gelben sollte Rosický, der in seiner Heimat den Spitznamen "Kleiner Mozart" bekam, den Taktstock im Mittelfeld schwingen und die schwächelnden Stürmer mit Vorlagen füttern. Der neue Zehner übernahm schnell Verantwortung, legte in 15 Partien sechs Buden auf und behauptete mit dem BVB und Jung-Coach Matthias Sammer Rang drei.

Von Mozart zum Schnitzel

Vom "Kleinen Mozart" war dennoch schon bald nirgends mehr die Rede. Als ein Fan den schmächtigen Dribbelkünstler einst erblickte, soll er geraten haben: "Iss mal 'n Schnitzel." Woraufhin bald nur noch "Schnitzel" durch die gegnerischen Reihen dribbelte.

Im Sommer 2001 startete die Borussia die nächste Transferoffensive und lockte Marcio Amoroso, Rosickýs Landsmann Jan Koller und Ewerthon ins Westfalenstadion. Eine Maßnahme, die zumindest kurzfristig für Erfolg sorgen sollte. Angeführt vom Tschechen, der in 30 Partien fünf Tore und neun Vorlagen auf den Rasen zauberte, sicherte sich der BVB 2002 die Meisterschaft und unterlag erst im Finale der Europa League gegen Feyenoord. Der Erfolg hatte jedoch seinen Preis: Dortmund hatte sich finanziell völlig übernommen und fand sich in den kommenden Spielzeiten nur noch im Mittelfeld wieder.

Im Zuge der Finanznot wechselte Rosický 2006 für etwa 15 Millionen Euro zu Arsenal, wo der mittlerweile 35-Jährige heute noch kickt.

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