Konstant und keineswegs ab vom Schuss: Fomel-1-Neuling Audi gehört zu den Gewinnern der Testfahrten in Bahrain. Auch der langjährige F1-Boss Bernie Ecclestone traut den vier Ringen im ersten Jahr einiges zu, warnt zugleich aber Nico Hülkenberg. Außerdem äußert sich Ecclestone zur happigen Regelkritik einiger Fahrer und nennt seinen WM-Favoriten.
Bernie Ecclestone rechnet nicht damit, dass Audi in seiner ersten Formel-1-Saison der Königsklassen-Musik hinterherfahren wird. "Sie haben jetzt alle Zutaten für ein gutes erstes Formel-1-Jahr zusammen", sagte der frühere F1-Boss im Interview mit RTL/ntv und sport.de.
In dem durch die neuen Formel-1-Regeln durcheinandergewürfelten Feld sieht der 95-Jährige eine Chance für die Neueinsteiger aus Ingolstadt. "Alle Teams liegen nahe beieinander. Da kann Audi konkurrenzfähig sein."
Nico Hülkenberg muss sich nach Ansicht Ecclestones 2026 sputen. Audi-Stallkollege Gabriel Bortoleto "wird eine Gefahr" für den Deutschen, ist der Engländer sicher. Der 21-jährige Brasilianer sei "sehr schnell und ist ein möglicher zukünftiger Weltmeister".
WM-Favorit Nummer eins ist in Ecclestones Augen Mercedes mit George Russell im Cockpit. "Mercedes hat die Nase vorne. Russell hat die Fähigkeit, aber er muss diesen Killerinstinkt jetzt über die gesamte Saison zeigen", sagte er.
Vor allem in Sachen Motor habe Mercedes den besten Job gemacht. "Ein Team mit Mercedes-Motoren hat gute Chancen, die WM zu gewinnen", orakelte der einstige Formel-1-Zampano. Neben dem Silberpfeil-Werksteam sind auch McLaren, Williams und Alpine mit Triebwerken aus Brixworth unterwegs.
Ecclestone zur Kritik an der neuen Formel 1: "Suchen wir den besten Koch"
Ecclestone hat allerdings auch Ferrari auf dem Zettel.
"Passt auf Ferrari auf!", sagte er. "Ich hoffe, dass Ferrari ein Wörtchen mitredet. Der Formel 1 täte es gut, wenn Ferrari Weltmeister wird."
Bei Lewis Hamilton, der nach wie vor seinen achten WM-Titel jagt, merke man, "er will nicht aufgeben, nicht aufhören, ohne das geschafft zu haben", lobte der Brite die Moral seines Landsmanns. "Vielleicht klappt es ja dieses Jahr. Das wäre eine schöne Geschichte."
Ecclestone ging auch auf die Kritik an den neuen Regeln und Autos ein. "Also suchen wir jetzt den besten Koch - wir halten die Augen offen und schauen mal", kommentierte er die Aussage von Aston-Martin-Pilot Fernando Alonso, wonach "auch unser Koch" die neuen Boliden fahren könne.
Ähnlich kritisch hatte sich Max Verstappen ("Formel E auf Steroiden") geäußert, dem vor allem der Fokus auf das Batterie-Management missfällt.
"Es wird zu Saisonbeginn Verwirrung geben, weil jeder die Formel 1 neu lernen muss", prophezeite Ecclestone: "Und die Regeln bevorzugen sicherlich nicht Max Verstappen und seine Art, Formel 1 zu fahren. Es geht weniger um Racing. Aber so ist die Entwicklung: noch mehr Regularien, noch mehr Regeln für die Fahrer, tu dies nicht, tu das nicht."
Die "DNA" der Formel 1 sei, "dass sie eine Fahrer-Weltmeisterschaft ist und nicht eine der Ingenieure", betonte Ecclestone. "Die Formel 1 konkurriert nun mehr mit der Formel E. Vielleicht mögen das die Fans ja, aber ich glaube das nicht. Die Gefahr ist, dass wir die Fans verlieren. Ich hoffe sehr, dass ich falsch liege."


