Noch bevor die Formel 1 in die Saison gestartet ist, hat Superstar Max Verstappen heftig mit dem neuen Reglement abgerechnet. Mercedes-Pilot und Verstappen-Intimfeind George Russell widerspricht dem Holländer nun.
"Formel E auf Steroiden", kein echtes Rennfahren mehr, die DNA der Formel 1 in Gefahr. Max Verstappen hat nach den Bahrain-Testfahrten mit seiner Generalkritik an den neuen Formel-1-Autos noch vor dem Start in die Saison viel Aufsehen erregt.
Doch sind die Formel-1-Fahrer künftig wirklich mehr Batterie-Manager denn Vollgas-Tiere, die ihre Boliden ans Limit treiben? George Russell sieht die Sache etwas anders als Verstappen.
"Die Leitlinien sind im Grunde immer noch genau die gleichen, man bewegt das Auto am absoluten Limit", zitiert "RacingNews365" aus einer Medienrunde mit dem britischen Mercedes-Piloten: "Man versucht, so hart wie möglich und so spät wie möglich zu bremsen und so viel Geschwindigkeit wie möglich durch die Kurven mitzunehmen."
In jeder Ära der Formel 1 sei die Fahrweise eigen gewesen, sagte Russell und zog einen Vergleich mit einer Formel-1-Ikone. "Ich habe mir die Onboard-Aufnahmen von Ayrton Senna aus den 1980er und 1990er Jahren angesehen, in denen er in einem sehr einzigartigen Stil fährt", so der Engländer.
Formel 1: Russell "genießt" das neue Fahrgefühl - noch ...
Die neuen Formel-1-Autos unterscheiden sich grundsätzlich von den Boliden der Vorjahre. 50 Prozent der Motorpower wird künftig elektrisch erzeugt: Das Management der Batterie respektive deren Aufladen wird für die Fahrer vor allem in den Kurven - etwa durch das Lupfen des Gasfußes - ein wichtiger Teil der Cockpit-Arbeit.
Russell beschrieb sein Fahrerlebnis nach den Testfahrten wie folgt: "Zwischengas geben und am Gas bleiben am Scheitelpunkt der Kurve, um den Turbo auf Drehzahl zu halten und das Auto auszubalancieren. Vielleicht machen wir etwas mehr Lift and Coast (in der Bremszone vom Gas gehen, das Auto rollen lassen und dann erst bremsen, Anm.d.Red.), aber hier in Bahrain und beim Shakedown fühlte es sich eigentlich gar nicht schlecht an", so das erste Zwischenfazit des 28-Jährigen.
Russell gab zu bedenken, dass dies beim Saisonauftakt in Melbourne "eine andere Geschichte" sein könne. "Aber bisher genieße ich das Fahren ziemlich."


