Offiziell befinden wir uns noch in der NFL-Saison 2025, die erst mit dem Wechsel in das neue Liga-Jahr Mitte März beendet sein wird. Doch schon jetzt werden die Weichen für die kommende Spielzeit und den Draft Ende April gestellt. In Indianapolis steht das NFL Combine auf dem Programm.
Über 300 Spieler wurden auch in diesem Jahr eingeladen, um sich eine Woche lang den 32 Teams in athletischen Tests, Interviews und medizinischen Untersuchungen vorzustellen. sport.de stellt euch zehn Spieler vor, auf die es beim NFL Combine zu achten gilt.
NFL Combine: Players to watch
Ty Simpson - Quarterback, Alabama
Ist hinter Fernando Mendoza ziemlich unumstritten der zweitbeste Quarterback der Draft-Klasse. Während Mendoza allerdings als klarer First-Overall Pick gesehen wird, gehen die Meinungen bei Simpson auseinander.
Simpson bringt einen hohen Football-IQ mit, er hat als Sohn eines College-Coaches von Kindesbeinen an für den Sport gelebt. Mit nur einem Jahr als Starter und nachlassenden Leistungen (auch aufgrund von Verletzungen) ist Simpson allerdings kein sicheres Prospect.
NFL-Draft-Experte Daniel Jermiah hat ihn auf seinem Big Board beispielsweise nur auf Platz 40, wäre aber "nicht überrascht, wenn er in der ersten Runde ausgewählt würde, da es genug Teams gibt, die einen Quarterback brauchen".
Beim Combine hat Simpson nun die Möglichkeit zu zeigen, dass er zum einen wieder fit ist und zum anderen ohne seine Verletzungssorgen wieder so abliefern kann, wie er es für Alabama in der ersten Saisonhälfte tat.
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Drew Allar - Quarterback, Penn State
Eine spannende Personalie! Allar verletzte sich im Oktober schwer am Knöchel, die Saison war für ihn beendet. Und weil er kein weiteres Jahr am College spielen darf, ist Allar nun nach einer schwierigen Saison beim Draft mit dabei.
Beim Combine gilt es nun zu zeigen, dass seine Knöchelverletzung kein Thema mehr ist.
Allars großer Pluspunkt: Seine Erfahrung. Er blickt auf 35 Starts in der Big 10 zurück und bewies dort jahrelang sein großes Armtalent. Trotz seiner Erfahrung ist Allar mit 21 Jahren noch immer sehr jung und hat unter anderem in seiner Beinarbeit noch immer viel Luft nach oben.
Doch sollte er beim Combine sein Potenzial andeuten, wäre er sicherlich ein spannendes Projekt für einige Teams.
Taylen Green - Quarterback, Arkansas
In den Auflistungen der Top-Quarterbacks für den kommenden Draft wird Green nur selten weit oben zu finden sein. Warum also sollte man beim Combine ein Auge auf ihn haben? Weil er das große Potenzial hat, in den Big Boards einen ordentlichen Sprung zu machen.
Green gilt als Dual Threat und ist vor allem mit seinen Beinen extrem gefährlich. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass extrem athletische Quarterbacks immer wieder spannend für die NFL-Teams sind. Ob das schließlich die richtige Wahl ist, steht dabei natürlich auf einem anderen Blatt - man denke an die Colts und Anthony Richardson.
In jedem Fall gilt es für Green, bei den Passing Drills abzuliefern, denn sollte er dort einen guten Eindruck hinterlassen, könnte er einen deutlichen Sprung machen.
| Datum | Wochentag | Programmpunkt |
|---|---|---|
| 23. Februar 2026 | Montag | Beginn NFL Scouting Combine (Interviews, Medicals, Tests) |
| 24.–25. Februar 2026 | Dienstag–Mittwoch | Medizinische Untersuchungen, Meetings, Interviews |
| 26. Februar 2026 | Donnerstag | On‑Field‑Drills: Defensive Line, Linebacker, Kicker/Punter |
| 27. Februar 2026 | Freitag | On‑Field‑Drills: Defensive Backs, Tight Ends |
| 28. Februar 2026 | Samstag | On‑Field‑Drills: Quarterbacks, Wide Receiver, Running Backs |
| 1. März 2026 | Sonntag | On‑Field‑Drills: Offensive Line |
| 2. März 2026 | Montag | Ende des NFL Scouting Combine 2026 |
Monroe Freeling - Offensive Tackle, Georgia
Lange flog Freeling unter dem Radar, doch mit starken Leistungen für Georgia, vor allem in der zweiten Saisonhälfte, kletterte der Offensive Tackle auf den Big Boards der Experten Stück für Stück nach oben.
Jeremiah sieht bei Freeling "keine große Lücke mehr zu den Top-Jungs". Es komme nun vor allem darauf an, bei den Interviews zu überzeugen und zu zeigen, dass er Informationen schnell verarbeiten könne.
Ansonsten bringt Freeling körperlich jede Menge mit. Mit seiner Größe von zwei Metern und seinem kräftigen Körperbau kann er sich auch gegen NFL-Verteidiger zur Wehr setzen. Er ist definitiv ein Spieler, auf den es in einer breiten Offensive-Tackle-Klasse zu achten gilt.
Denzel Boston - Wide Receiver, Washington
Boston ist ein groß gewachsener Receiver, der einen eindrucksvollen Catch Radius mitbringt und sicherlich auch in der NFL konstant in isolierten Duellen seine Eins-gegen-Eins-Duelle gewinnen kann.
Er hatte in der abgelaufenen Saison für die Washington Huskies im Schnitt 14,2 Yards pro Catch und brachte es am Ende auf elf Touchdowns. In seiner ersten Saison als Starter lieferte er ähnliche Zahlen ab.
Für ihn gilt es nun beim Combine zu zeigen, dass er auch den nötigen Speed, die Athletik und auch das Route Running mitbringt.
Makai Lemon - Wide Receiver, USC
Der Gegensatz zu Boston ist Makai Lemon. Der Wide Receiver der USC fühlt sich im Slot am wohlsten und war dort nur schwer zu stoppen. Er bringt jede Menge Explosivität mit, aber bei den körperlichen Messungen wie Größe, Gewicht und Armlänge wird sicherlich genau hingeschaut.
Denn auch, wenn das Entscheidende die Leistung auf dem Rasen ist, gehören diese Messungen natürlich auch zum Gesamtpaket. Wenn Lemon vielleicht ein paar Kilogramm Muskeln draufpacken konnte und seinen Speed trotzdem nicht verloren hat, könnte ihm das helfen.
Denn seine sicheren Hände (nur vier Drops bei 170 Targets in den letzten drei Saisons) sind unbestritten, weshalb sich Lemon ohnehin schon eine gute Basis für den Draft erspielt hat.
Rueben Bain Jr. - Edge Rusher, Miami
Auch bei Rueben Bain Jr. werden die körperlichen Messungen mit Spannung erwartet. Denn der Edge Rusher hat schon jetzt mit Berichten über seine zu kurzen Arme zu kämpfen, weshalb die offizielle Messung mit Argusaugen beobachtet werden wird.
Für Jeremiah sollte man sich allerdings nicht nur auf die fehlende Armlänge fokussieren: "Rueben Bain Jr. spielt sehr hart, sehr physisch. Damit macht er seine fehlende Armlänge wett. Er bringt viel mehr, als die Statistiken es aussagen. Diese Körperlichkeit und Robustheit ist eindrucksvoll."
Klar ist jedoch, dass man Bains großes Defizit nicht wegdiskutieren kann und dieses in der NFL womöglich noch mehr zur Geltung kommen könnte. Nun ist es an Bain, beim Combine so abzuliefern, dass Teams bereit sind, ins Risiko zu gehen.
David Bailey - Edge Rusher, Texas Tech
Während Bain also ein Gamble sein wird, ist David Bailey alles andere als das. Und genau diese Tatsache könnte für seinen Draft Stock entscheidend sein. "Er bietet eine gewisse Sicherheit. Man hat viel von ihm gesehen, seine Production spricht für ihn. Da braucht man nicht allzu viel Fantasie, um zu sehen, dass er das auch in der NFL fortsetzen kann. Deshalb werden ihn einige Teams als den Top-Edge-Rusher auf dem Board haben", sagte Jeremiah.
Und weil Edge Rusher in der NFL immer gefragt sind, könnte Bailey sogar ein Top-5-Pick werden. Kann er diese Position mit einem guten Combine festigen?
Mansoor Delane - Cornerback, LSU
Mit guten Leistungen machte sich Delane in der abgelaufenen Saison einen Namen. Er bringt einen hohen Football-IQ mit und überzeugt vor allem in Zone Coverage. Laut Jeremiah ist er "sehr variabel", was das Scheme angeht. "Er bewegt sich in Press Coverage sehr locker, in Off Coverage erkennt er Dinge sehr schnell, attackiert den Ball und macht Plays", fuhr der Draft-Experte aus.
Fragezeichen sind bei ihm eher physischer Natur. Ihm fehlen Größe und Athletik. Zudem ist unklar, ob er den nötigen Top-Speed mitbringt, um die besten NFL-Receiver zu verteidigen. Mit einem guten Combine könnte er diese Fragezeichen allerdings vergessen machen und seinen Draftstock weiterhin erhöhen.
Chandler Rivers - Cornerback, Duke
Überzeugte in den letzten drei Jahren in Coverage. Er ließ in diesem Zeitraum nur fünf Touchdowns zu und übertraf diesen Wert mit sechs eigenen Interceptions. Zudem gilt Rivers als sehr konstanter Tackler und kämpferischer Spieler, der niemals aufgibt.
Fragezeichen gibt es auch hier, was seine Physis angeht, und auch seine Technik könnte noch etwas ausgereifter sein. Es wird spannend zu beobachten, wie sich Rivers beim Combine schlagen wird.
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