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"Wir prüfen alle Optionen"

Penis-Betrug im Skispringen hat drastische Konsequenzen

Debatte um Penis-Betrug im Skispringen
Debatte um Penis-Betrug im Skispringen
Foto: © IMAGO/Johannes Schmidt
20. Februar 2026, 09:40
sport.de
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Die auch bei den Olympischen Winterspielen weiter schwelende Debatte um Penis-Betrug im Skispringen zieht Konsequenzen nach sich.

"Wir arbeiten im Hintergrund bereits an Methoden, dass das schwierige Thema verbessert wird", bestätigte FIS-Materialkontrolleur Mathias Hafele gegenüber "Bild". "Wir favorisieren eine Knochenmessung, auch eine manuelle. Sprich, dass man ganz wie in alten Zeiten markante Körperpunkte festlegt, wie zum Beispiel der Hüftknochen, und dann mit einem Maßband arbeitet. Auch eine Messung an der Außenseite ist möglich und der Schritt wird dann prozentual dazugerechnet."

Das Problem: Durch eine vorübergehende Vergrößerung des Penis, beispielsweise durch Injektion von Hyaluronsäure, ist es bei der bisherigen Messmethode theoretisch möglich, sich einen im Schritt um wenige Millimeter größeren Anzug zu erschummeln. Ein solcher wiederum würde Weitenvorteile beim Springen mit sich bringen.

"Wir möchten bereits bis zur neuen Saison eine neue Messmethode eingeführt haben", betonte Hafele. "Wir, die FIS, arbeiten eng mit den Nationen zusammen. Wir stimmen uns auch mit dem medizinischen Komitee ab. Ich analysiere gerade sämtliche Möglichkeiten, die auf dem Markt sind. Doch es braucht eben Zeit. Das erste Meeting für die kommende Saison wird im März beim Weltcup-Abschluss stattfinden. In der FIS-Vollversammlung im Sommer wird dann abgestimmt."

"Möglich" wäre nach Aussage des früheren Skispringers auch die so genannte DEXA-Messmethode, die auf Röntgenstrahlen basiert. "Da wird im Liegen gemessen. Wir prüfen alle Optionen", so Hafele.

Gesundheitsgefahr droht den Athleten dabei nicht. "Im Flugzeug ist man größeren Strahlenmengen ausgesetzt", erklärte Hafele.

Skispringen: Anzug-Schummelei? Mehrere Nationen plädieren für Radikallösung

Wie "Bild" unter Berufung auf eigene Informationen berichtet, gibt es zudem einen Vorstoß mehrerer Nationen, ab der kommenden Saison nach jeder Weltcup-Station alle Sprunganzüge zentral einzusammeln, wegzuschließen und erst zum nächsten Wettkampf wieder auszuteilen, um Manipulationen zu verhindern.

Es heißt, eine solche Radikallösung sei alleine aus versicherungstechnischen Gründen aber kaum denkbar.

Dass im Skispringen auch vor Penis-Schummelei nicht Halt gemacht wird, hatte ein italienische Chirurg zuletzt gegenüber "USA Today" bestätigt.

Er gab an, bei einem Sportler eine Penisvergrößerung mittels Hyaluronsäure durchgeführt zu haben.  Den Namen oder die Nationalität des Skispringers gab der Mediziner nicht preis. Unklar ist auch, ob sein Patient überhaupt an den Olympischen Spielen teilnahm.

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