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Mi, 04.02. - So, 22.02.

Preuß erneut die tragische Figur

Wieder Blech! Deutsche Biathlon-Asse historisch schlecht

Franziska Preuß fiel als zweite Läuferin der deutschen Staffel weit zurück
Franziska Preuß fiel als zweite Läuferin der deutschen Staffel weit zurück
Foto: © IMAGO/Fotostand / Hettich
18. Februar 2026, 17:31

Franziska Preuß hat ihr nächstes persönliches Biathlon-Drama erlebt: Erstmals überhaupt blieb sowohl die Männer- als auch die Frauen-Staffel ohne Olympia-Medaille.

Franziska Preuß flüchtete nach ihrem tragischen Staffel-Rennen wortlos in Richtung Hotel, musste ihre Gedanken über den neuerlichen Tiefschlag in Ruhe für sich sortieren.

"Der Kopf hängt gerade tief. Das muss man ihr auch zugestehen, das ist menschlich", sagte Sportdirektor Felix Bitterling. Es sei "eine mentale Geschichte. Irgendwas scheint derzeit in den Klamotten oder zwischen den Ohren drin zu hängen."

Mit ihrer Strafrunde im Stehendanschlag leitete die bis dahin in Führung liegende Preuß das historische deutsche Biathlon-Debakel ein. 

Erstmals überhaupt blieb sowohl die Männer- als auch die Frauen-Staffel ohne Olympia-Medaille. "Jetzt gerade tut es weh für alle. Wieder Vierter - das ist der Platz, den du nicht haben willst", betonte Bitterling: "Der Sport schreibt viele Geschichten von Triumphen. Das ist jetzt halt ein Tag, der auch mal ein bisschen bitter ist. Das macht die Franzi nicht weniger zu einem Champion." 21 Sekunden fehlten nach der Strafrunde sowie acht Nachladern zu Bronze.

"Die Enttäuschung überwiegt schon, es schmerzt sehr", sagte Schlussläuferin Vanessa Voigt, die gemeinsam mit Julia Tannheimer und Janina Hettich-Walz den Fauxpas von Preuß nicht auffangen konnte. Dafür hätte es dann "ein Überrennen" gebraucht, sagte Hettich-Walz. 2022 hatte das Quartett mit Voigt, Vanessa Hinz, Preuß und Denise Herrmann-Wick in Peking Bronze gewonnen - und damit die erfolgreiche Tradition deutscher Staffeln fortgesetzt. 

Seit der Aufnahme der Frauenwettbewerbe ins olympische Biathlonprogramm 1992 hatte es in den Staffeln von Männern oder Frauen immer mindestens eine Medaille gegeben. Doch nachdem die Frauen zum dritten Mal nach 2014 und 2018 das Podest verfehlten, ist die historische Negativbilanz nach Platz vier der Männer-Staffel perfekt. "Es soll scheinbar gerade einfach nicht sein", haderte Bitterling.

Im Kampf gegen die Probleme beim letzten Schießen hatte ein taktischer Kniff Preuß wieder in die Spur bringen sollen, statt als Schlussläuferin ging sie bereits auf Position zwei ins Rennen. "Bei der Franzi ging es natürlich auch darum, sie bewusst aus dieser Situation rauszunehmen, in der sie jetzt ein, zwei Mal gestrugglet hat", sagte der Sportdirektor.

Tannheimer legt stark vor - Preuß fällt weit zurück

Die laufstarke Tannheimer setzte sich mit einer schnellen ersten Runde und einer fehlerfreien ersten Serie mutig an die Spitze, nach zwei Nachladern übergab sie als Zweite mit fünf Sekunden Rückstand auf Schweden. Preuß ging mit einer fehlerfreien Liegendserie in Führung, doch dann ging stehend wieder alles schief: Die Gesamtweltcupsiegerin musste wie schon im Mixed in die Strafrunde. Bitterling und Trainer Sverre Olsbu Röiseland sackten ratlos auf die Knie.

Schließlich entstand ein Loch von 47 Sekunden nach ganz vorne. Hettich-Walz kam vor Tausenden deutscher Fans zwar ein paar Ränge nach vorne, verlor aber weitere Zeit zu den Medaillenrängen. Voigt ging 35 Sekunden hinter Position drei auf die Strecke, schoss fehlerfrei - und kam doch nicht mehr ganz nach vorne. Dort siegten die Favoritinnen aus Frankreich (1 Strafrunde +6 Nachlader) vor Schweden (1+7/+51,3 Sekunden) und Norwegen (0+7/+1:07,6 Minuten).

Preuß dürfte nach ihren bitteren Patzern bei den letzten Schießen im Mixed, Einzel und Verfolgung mit ihrem Auftritt weiteres Selbstvertrauen eingebüßt haben. Der Massenstart am Samstag (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) ist die finale Chance zur Erfüllung ihres Traums von einer olympischen Einzelmedaille. "So wie ich sie kenne, wird sie sich schütteln und nochmal alles zusammenkratzen, um eine Reaktion zu zeigen", betonte Bitterling im ZDF. 

Ob die 12,5 Kilometer sogar ihr letztes Karriererennen sein werden oder sie bis Saisonende weitermacht, ist noch offen. Außerdem haben sich Voigt und Hettich-Walz für den Showdown der besten 30 Frauen qualifiziert.

Staffel 2026

1FrankreichFrankreich1:10:22.70h
2SchwedenSchweden+51.30s
3NorwegenNorwegen+1:07.60m
4DeutschlandDeutschland+1:29.10m
5TschechienTschechien+2:07.50m

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