Für das deutsche Biathlon-Team verlaufen die Olympischen Winterspiele in Antholz bislang enttäuschend. Norwegens Skijäger-Ikone Ole Einar Björndalen sagt, was er im DSV vermisst.
Nicht eine Einzelmedaille haben die deutschen Biathletinnen und Biathlon bisher bei Olympia 2026 abgeräumt. Woran hakt es, was fehlt dem deutschen Team?
"Man sieht nur die Resultate. Und es gibt keine Führungsperson, die extrem gute Resultate bringt", antwortete Norwegens Biathlon-Ikone Ole Inar Björndalen darauf bei "Sport1". Er vermutet, dass die Trainer-Wechsel der vergangenen Jahre nicht gutgetan haben.
"Sie hatten vielleicht nicht den richtigen Weg gefunden, aber in diesem Jahr finde ich, dass sie ein bisschen schneller laufen", sieht Björndalen zumindest in der Loipe einen Hoffnungsschimmer. Es fehle dem DSV nicht "so viel, dass sie einen Athleten auf das Podium bringen", so der 52-Jährige. "Aber Athleten wie Frank Luck, Michael Greis oder Sven Fischer, die ständig oben waren - das fehlt einfach. Und das ist überraschend bei so einer großen Nation."
Neuer Bö? Ole Einar Björndalen traut es Botn zu
Björndalen ging auch auf die Kritik ein, wonach die norwegische Dominanz den Nordischen Skisport erdrücke. "Norwegen ist zu stark. Wir haben extrem gute Resultate, wir sind in fast allen Bereichen im Wintersport gut. Wir arbeiten sehr seriös. In Biathlon gibt es zum Glück mehrere Nationen, die stark sind", sagte er mit Blick auf die Konkurrenz aus Frankreich.
Der Langlauf sei aber eine "Katastrophe", betonte der Weltcup-Rekordsieger im Biathlon, der zu seiner aktiven Zeit selbst ab und an im Langlauf antrat. "Ich finde es sehr schade, dass nicht mehr Top-Athleten dabei sind, jetzt hat Frankreich bei Olympia zum Glück Silber geholt bei einem Rennen, das war schön zu sehen. Aber sonst sind es nur Norwegen und Schweden."
Seinem Landsmann Johan-Olav Botn traut Björndalen indes durchaus zu, in die Fußstapfen des im vergangenen Sommer zurückgetretenen Biathlon-Dominators Johannes Thingnes Bö zu treten.
"Es könnte schon passieren, aber ich weiß nicht über wie viele Jahre. Er hat seinen Körper extrem belastet über einige Jahre (über 1200 Ausdauerstunden im Jahr). Es wird spannend zu sehen, wie er das schafft mit dieser körperlichen Belastung", sagte Björndalen über den Einzel-Olympiasieger 2026: "Er hat eine extrem große Kapazität, eine größere Kapazität als jeder Langläufer. Dieses Jahr ist er zudem ein unglaublich guter Schütze."

