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Mi, 04.02. - So, 22.02.

Traum von nächster Medaille früh vorbei

"Bitter": Enttäuschung für Alpin-Star Aicher

Emma Aicher im olympischen Super-G
Emma Aicher im olympischen Super-G
Foto: © AFP/SID/Tiziana FABI
12. Februar 2026, 12:17

Beim emotionalen Sieg von Federica Brignone scheitern die deutschen Hoffnungsträgerinnen früh.

Emma Aicher wusste, was sie nach ihrer enttäuschenden Nullnummer zu tun hatte. Als ihr großer Traum vom ersten Olympiasieg einer deutschen Skirennläuferin im Super-G geplatzt war, stapfte sie zu Federica Brignone und verneigte sich vor Italiens Comeback-Queen. Eine liebevolle Umarmung später war auch Aichers Frust über das "Favoritensterben" in einem kuriosen Rennen vergessen.

"Das ist richtig stark, was sie gemacht hat. Hut ab, das schaffen die Wenigsten", sagte Aicher dem "SID" zu Brignone. Und ihr eigenes, verpatztes Rennen? "Ja...", hob der Ski-Shootingstar an und hielt kurz inne, "es ist schon bitter, aber ich habe alles gegeben, mehr kann ich nicht tun." So einfach war das - und so ärgerlich.

Ihre Hoffnung, den Silbermedaillen in Abfahrt und Team-Kombination in Cortina d'Ampezzo eine weitere Plakette hinzuzufügen, war nach nicht einmal einer Fahrminute geplatzt. Für ihre Silber-Kollegin Kira Weidle-Winkelmann war noch früher Endstation. Brignone nutzte das Aus der Deutschen und weiterer Favoritinnen zu einer goldenen Story im Stile Hollywoods.

315 Tage vor ihrem Coup hatte die zweimalige Gesamtweltcup-Siegerin bei den italienischen Meisterschaften einen Totalschaden im linken Knie erlitten. Waden- und Schienbeinkopf waren mehrfach gebrochen, das vordere Kreuzband gerissen. Sie habe jeden Tag Schmerzen, berichtete die 35 Jahre alte Riesenslalom-Weltmeisterin bei ihrem Comeback Mitte Januar - und jetzt das!

Italien-Star Brignone: "Alles oder nichts"

"Ich sah mich als Außenseiterin", sagte Brignone unter Tränen, "und dachte mir: Alles oder nichts, ich habe mit dem Start eh schon alles erreicht. Aber Olympiasiegerin? Damit hätte ich nie gerechnet, es ist etwas ganz Besonderes." Und eine goldene Ergänzung zu ihren bisherigen Olympiamedaillen im Riesenslalom (Silber 2022 und Bronze 2018) sowie der Alpinen Kombination (Bronze 2022).

Brignone war mit Startnummer sechs direkt vor Aicher ins Rennen gegangen. "Es war kein ganz einfacher Lauf, aber mit meiner Nummer sollte man schon wissen, wo's langgeht", sagte Aicher selbstkritisch. Sie habe sich "ein bisschen schwer getan mit dem Schnee", der unter den wärmeren Temperaturen litt, "das Weiche und Nasse gibt einem wenig zurück".

Über Funk war sie gewarnt worden. "Die Tore kommen sehr schnell, sei bereit!" Doch schon bei der zweiten Zwischenzeit lag sie fast eine halbe Sekunde zurück. Als Aicher dann ausgehoben wurde und aus dem Kurs fuhr, gab es im Ziel aufmunternden Applaus. Auch Weidle-Winkelmann klagte über die Schneeverhältnisse. "Sobald man von der Linie abkommt, ist es weich", sagte sie. Das passierte ihr, "ein taktischer Fehler, aber bei Olympia musst du riskieren".

Favoritinnensterben im Super-G

Dass das schiefgehen kann, mussten zahlreiche Spitzenfahrerinnen erfahren. Ob Topfavoritin Sofia Goggia, Dritte in der Abfahrt, die Tschechin Ester Ledecka, die 2018 Sensationsgold im Super-G gewonnen hatte, oder die Peking-Zweite Mirjam Puchner - sie alle schieden aus. Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson krachte in den Fangzaun.

In Speed-Queen Lindsey Vonn, die seit ihrem Sturz in der Abfahrt mit Unterschenkelbruch im Krankenhaus liegt, und Peking-Siegerin Lara Gut-Behrami (Kreuzbandriss) fehlten zwei Favoritinnen. Weltmeisterin Stephanie Venier hatte ihre Karriere nach dem Titel beendet.

So war der Weg frei für Brignone, die nun auch im Riesenslalom am Sonntag zu den Anwärterinnen auf Edelmetall zählt. Und Aicher? Ob sie dann fährt, ist offen. Im Slalom am Mittwoch aber gehört sie zum Kreis der Favoritinnen. Der Traum von einer weiteren Medaille lebt!

Super-G 2026

1ItalienFederica Brignone1:23.41m
2FrankreichRomane Miradoli+0.41s
3ÖsterreichCornelia Hütter+0.52s
4ÖsterreichAriane Rädler+0.53s
5ItalienLaura Pirovano+0.76s

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