Vor den Testfahrten in Bahrain war Mercedes bei den meisten Experten der große Favorit für die kommende Formel-1-Saison. Die Spekulationen rund um den mutmaßlich überlegenen Motor der Silberpfeile haben sich am Mittwoch aber vorerst nicht bestätigt. Teamchef Toto Wolff sieht Red Bull aktuell sogar deutlich vor dem eigenen Team.
"Sie sind in der Lage, mehr Energie auf der Geraden einzusetzen als alle anderen", sagte Toto Wolff am Mittwoch in einer Medienrunde. "Wir reden da von einer Sekunde pro Runde über mehrere Runden in Folge."
"Ich würde sagen, dass sie heute am ersten Tag der offiziellen Testfahrten die Benchmark gesetzt haben", legte der Mercedes-Teamchef nach.
Am Vormittag hatten sich George Russell und Max Verstappen bei ihren Long Runs ein Fernduell geliefert. Dieses habe bei Mercedes durchaus für einen Realitätscheck gesorgt, musste Wolff einräumen.
"Ich hatte gehofft, dass sie schwächer sind, aber sie haben einen sehr guten Job gemacht", sagte der Österreicher über den Konkurrenten. Der Titelkampf in der neuen Formel-1-Saison könnte damit offener werden als angenommen.
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Denn neben dem Vorteil beim Elektromotor habe Red Bull natürlich auch noch einen Max Verstappen im Cockpit. "Diese Kombination ist stark", sagte Wolff.
Nach den ersten Formel-1-Testfahrten von Barcelona im Januar hatte Mercedes noch wie der große Gewinner des neuen Reglements ausgesehen. Von einem Monster-Motor war die Rede, mit dem sich die Silberpfeile einen gewaltigen Vorsprung verschafft hätten.
Manche warfen dem Team sogar einen Regelbruch vor. Konkret ging es bei der Thematik um das Verdichtungsverhältnis.
Dieses bezeichnet das Verhältnis des gesamten Zylinderraums vor der Verdichtung zum verbliebenen Raum danach. Bislang war ein Verdichtungsverhältnis von 18:1 erlaubt, 2026 nur noch 16:1. Mercedes soll einen Weg gefunden haben, das Verdichtungsverhältnis während des Betriebs des Motors wieder auf 18:1 zu erhöhen.
Wie groß der Rückschlag von Bahrain für Mercedes nun wirklich ist, bleibt abzuwarten. TV-Experte Ralf Schumacher äußerte am Mittwoch bei "Sky" bereits den Verdacht, das Team habe in Bahrain bewusst noch nicht alles gezeigt, um den Motoren-Trubel zu beruhigen.



