Borussia Dortmund spielt eine den Ergebnissen nach äußerst erfolgreiche Saison. Dennoch gibt es Kritik am Spielstil des BVB. Sport-Geschäftsführer Lars Ricken setzt sich im Interview mit RTL/ntv und sport.de zur Wehr.
"Wir belegen momentan Platz zwei, wir haben zehnmal zu null gespielt, haben insgesamt erst 20 Gegentore bekommen, und haben 19 Punkte mehr als in der letzten Saison. Wir haben die Hinrunde als Zweiter abgeschlossen und uns dann in der Winterpause vorgenommen, weiter hungrig zu bleiben", hob Ricken hervor.
Der 49-Jährige gab aber auch zu, dass man bei den Schwarzgelben noch größere Ambitionen hegt. "Irgendwie haben wir trotzdem auch eine gewisse Unzufriedenheit, weil wir schon das Gefühl haben, wir könnten auch vier, fünf Punkte mehr haben", so Ricken.
Dass in der Öffentlichkeit häufig ein Bild erweckt wird, das dem BVB nicht gerade schmeichelt, kann Ricken dennoch so gar nicht nachvollziehen.
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"Diese Kritik nervt manchmal schon. Wenn ich mal ein Jahr zurückschaue: Am 21. Spieltag der letzten Saison waren wir 25 Punkte hinter den Bayern, aktuell sind es sechs. Wer diese Entwicklung nicht sieht, der will sie auch nicht sehen. Ich glaube, der versteht den Fußball auch nicht so ganz. Und diejenigen sollten vielleicht auch mal ein bisschen stiller sein", wandte sich der Ur-Borusse an die Kritiker.
BVB-"Sehnsucht" nach Titeln
Auf der anderen Seite weiß auch Ricken, dass man in Dortmund an Titeln gemessen wird und eine große Sehnsucht nach dem nächsten Meistercoup omnipräsent ist. Ein Verlangen, das 2023 um ein Haar gestillt geworden wäre, am letzten Spieltag verspielte man durch ein 2:2 gegen den 1. FSV Mainz 05 allerdings den Titel. Ein anderer Ausgang hätte die Karten wohl völlig neu gemischt.
"Wenn wir 2023 Deutscher Meister geworden wären, hätte uns der Titelgewinn das Arbeiten leichter gemacht", sagte Ricken. "Alle haben diese Sehnsucht, und die nehmen wir auch gerne an. Aber wenn ich jetzt auf andere Mannschaften schaue, wie Leipzig, Stuttgart oder Frankfurt. Wenn die Siebter werden und sich für den Europapokal qualifiziert haben, dann haben die ihr Ziel erreicht. Und wir müssen uns mehr oder weniger rechtfertigen, wenn wir Zweiter sind. Mit einem Titel im Rücken, das sieht man jetzt auch bei Leverkusen, werden viele Sachen deutlich wohlwollender gesehen."
Apropos Mainz: Am Freitag (ab 20:15 Uhr LIVE im Free-TV bei RTL) eröffnet der BVB den 22. Bundesliga-Spieltag gegen die 05er. Dann besteht zumindest die Chance, den Druck auf Tabellenführer FC Bayern zu erhöhen.































