Im Vorfeld der Olympischen Winterspiele 2026 veröffentlichte die "Bild" einen aufsehenerregenden Bericht, der nahelegte, dass einige Athleten im Skisprungzirkus mit mechanischen Hilfsmitteln, etwa Schaumstoff, oder sogar durch Injektion von Hyaluronsäure ihren Penis vorübergehend vergrößern, um sich so vermeintlich Vorteil bei der Messung des Schrittmaßes und damit der Anzugfläche zu verschaffen. Das Thema schlug hohe Wellen, in Norwegen ist man genervt.
"Bild" berichtete, dass am Rande der Vierschanzentournee hinter den Kulissen über entsprechende Praktiken zur Vergrößerung des Penis getuschelt worden sei. Einzelne Nationen würden daher dafür plädieren, vor den Olympischen Spielen seitens der FIS weitere Body-Scans durchzuführen, um mögliche Fehler bei den Messungen am Saisonbeginn zu korrigieren, hieß es.
In der Folge reagierte FIS-Materialchef Matthias Hafele gegenüber der Zeitung mit deutlichen Worten: "Ich kann ausschließen, dass versucht wird, mit sichtbaren Hilfsmitteln Vergrößerungen an den Geschlechtsteilen zu erwirken. Bei der Vermessung ist medizinisches Personal anwesend, das ganz genau kontrolliert."
Dass allein der Verdacht für Aufsehen sorgt, wundert dennoch nicht. Schon bei den Olympischen Spielen 2018 stand das Vorgehen bei den Messungen der Anzüge im Fokus. Beim Mixed-Wettbewerb wurden einige Frauen, darunter die Deutsche Katharina Schmid, disqualifiziert, obwohl sie mit demselben Anzug sprang, mit dem sie zuvor Silber im Einzelspringen gewann.
"Es ist sehr schade"
Der Super-GAU erfolgte dann bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2025, bei denen einigen norwegischen Springern und Funktionären Manipulation nachgewiesen wurde.
Einige Athleten wurden für wenige Monate, Chefcoach Magnus Brevig sowie dessen Assistenten Thomas Lobben und Adrian Livelten für 18 Monate gesperrt.
Die neuerlichen Vorwürfe wurden zwar nicht konkret gegen Norweger erhoben, im Lager der Nordeuropäer reagiert man dennoch genervt auf das Thema. "Während der Olympischen Spiele steht dieses Thema im Mittelpunkt. Es ist sehr schade, dass der Fokus darauf liegt", wiegelt Norge-Sportdirektor Jan-Erik Aalbu auf Nachfrage von "SVT" ab.



