Für die deutschen Skispringerinnen um Katharina Schmid platzt der erste Medaillentraum. Anna Odine Ström schlägt Nika Prevc.
Katharina Schmid zuckte enttäuscht mit den Schultern, Selina Freitag lächelte gequält: Die deutschen Skispringerinnen haben ausgerechnet zum Olympia-Auftakt einen der schwächsten Wettkämpfe der Saison abgeliefert.
Beim überraschenden Sieg der Norwegerin Anna Odine Ström war mehr als Rang sieben für Freitag nicht drin, die erhoffte Medaille weit entfernt.
"Wir hatten uns berechtigte Chancen auf das Podest ausgerechnet. Aber du musst am Tag X da sein. Das hat heute leider nicht gereicht", sagte Bundestrainer Heinz Kuttin nach dem Wettkampf von der Normalschanze in der ARD und ergänzte: "Ich bin unzufrieden. Am Dienstag wollen wir im Mixed endlich eine Medaille, das ist das ganz klare Ziel."
Auch Schmid haderte. "Ich hatte ein bisschen Pech, es war bei mir vielleicht nicht ganz so locker", sagte die Oberstdorferin, die bei der Eröffnungsfeier 24 Stunden zuvor an gleicher Stelle die deutsche Fahne getragen hatte. Für die zweimalige Olympia-Zweite stand am Ende Rang 16. Zweitbeste Deutsche von Predazzo war Agnes Reisch auf Rang neun.
Topfavoritin gewinnt "nur" Silber
Nicht zu schlagen war Ström, die mit Flügen auf 100,0 und 101,0 m Topfavoritin Nika Prevc auf Rang zwei verwies. Nozomi Maruyama aus Japan holte Bronze. Weltmeisterin Prevc brach nach dem Wettkampf in Tränen aus, denn Teil eins der erwarteten Prevc-Festspiele in Italien ist misslungen. Bruder Domen kann es am Montag an gleicher Stelle besser machen.
Für das DSV-Team endete derweil eine beeindruckende Serie: Bei der vierten Olympia-Entscheidung der Geschichte stand erstmals keine Deutsche auf dem Podest. Carina Vogt hatte bei der Premiere 2014 Gold gewonnen, 2018 und 2022 holte Schmid jeweils Silber.
"Ich glaube, im Moment bin ich ein bisschen enttäuscht", sagte Schmid nach dem mäßigen Start in das letzte Großereignis ihrer Karriere. Reisch sah das ähnlich: "Ich habe meine Leistung gezeigt - aber ich habe mir schon ein höheres Ziel gesetzt als Platz neun." Juliane Seyfarth verpasste als 32. sogar den zweiten Durchgang.
Reisch, Freitag und Schmid hatten in dieser Saison alle schon das Podest erreicht. "Ich war schon sehr nervös vor dem ersten Durchgang, weil es im Training auch nicht so lief. Zaubern kann ich leider auch nicht", sagte Freitag.
Freitag und Reisch empfahlen sich aber zumindest für einen Platz im Mixed am Dienstag, in diesem geht jede Nation mit zwei Männern und zwei Frauen an den Start. Nach dem Mixed wird zudem am 15. Februar erstmals eine Olympiasiegerin von der Großschanze gekürt.



