Im italienischen Biathlon-Team sitzt der Schock nach dem Bekanntwerden der positiven Dopingprobe von Rebecca Passler noch tief. Auch Sportdirektor Klaus Höllrigl war auf diesen Tiefschlag so kurz vor den Olympischen Winterspielen im eigenen Land überhaupt nicht vorbereitet. Unterdessen wurde eine Entscheidung über eine mögliche Nachnominierung getroffen.
Der positive Dopingbefund bei Biathletin Rebecca Passler hat das gesamte italienische Team aufgewühlt. "Die Nachricht ist eingeschlagen wie eine Bombe. Logischerweise hat das für Unruhe gesorgt", bekannte Klaus Höllrigl, Sportdirektor der Biathlon-Auswahl von Olympia-Gastgeber Italien, im Interview mit "Rai News". Denn: "Rebecca ist ein wichtiger Teil unseres Teams."
Für Passler sei die Nachricht, die am Montagnachmittag zunächst in den Medien zirkulierte und dann offiziell bestätigt wurde, "aus heiterem Himmel" gekommen. "Wir stehen hinter Rebecca und sind überzeugt, dass sich der Fall auflösen wird. Wir sind alle überzeugt von ihrer Unschuld", bekräftigte Höllrigl.
Bei der 24 Jahre alten Skijägerin ist in einer Dopingprobe Letrozol nachgewiesen worden. Das Mittel kann dazu dienen, den eigenen Östrogenspiegel zu senken, nachdem es zum Beispiel zu einer Einnahme von verbotenen Mitteln gekommen ist. Seit 2008 steht Letrozol, das vorwiegend bei der Behandlung von Brustkrebs genutzt wird, auf der Dopingliste.
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Einen "Generalverdacht" gegenüber dem italienischen Team spüre man indes nicht, so der Sportdirektor kurz vor dem Beginn der Olympia-Wettkämpfe in Antholz, die ab dem 8. Februar mit den Mixed-Wettkämpfen beginnen. Auch von den anderen Teams habe man "viel Zuspruch" für Rebecca Passler erhalten. "Was das Allerwichtigste ist: Wir haben alle ein reines Gewissen."
Höllrigl selbst wisse "nicht, wie es passiert ist, und ich will keine Informationen geben, denn der Fall liegt jetzt bei den Anwälten. Infos darf und werde ich keine geben", so der Funktionär: "Über den zeitlichen Ablauf bin ich nicht sicher, wir werden zur richtigen Zeit die Infos geben."
Unterdessen hat das italienische Team eine Entscheidung gefällt, ob für Rebecca Passler eine andere Biathletin kurzfristig in den Kader rückt. "Momentan wird es keine Nachnominierungen geben", bestätigte Klaus Höllrigl. Das Aufgebot der Frauen besteht somit weiterhin aus Dorothea Wierer, Lisa Vittozzi, die auch Teil der Mixed-Staffel sind, Hannah Auchentaller und Michela Carrara.
"Wir sind mit den vier Damen gut aufgestellt. So werden wir in die Olympische Spiele starten", führte der 46-Jährige aus: "Vielleicht müssen wir gegen Ende überlegen, noch jemanden als Reserve für die Staffel nachzunominieren. Es kommt viel darauf an, wie wir mit Krankheiten durchkommen. Momentan planen wir mit den vier Damen."
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