Am 07. Februar eröffnen die Frauen auf der Normalschanze die Jagd der Skisprung-Elite nach Edelmetall bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina. Spätestens dann wird sich zeigen, was auf der Anlage in Predazzo möglich ist. Nachdem die Generalprobe zum Desaster wurde, hat man die Schanze deutlich verändert. Was nun folgt, ist für die meisten daher ein brisanter Sprung ins Ungewisse.
Als Predazzo im September 2025 im Rahmen des FIS Nordic Summer Festivals zur Generalprobe für die Olympischen Winterspiele lud, erahnte wohl noch niemand, dass man am Ende der Springen mehr Probleme gesät als Lust auf die Spiele geschürt haben würde.
Die Einweihung der extra für Olympia umgebauten Schanzen verkam zum Debakel: Die Österreicherin Eva Pinkelnig, Kanadas Ex-Weltmeisterin Alexandria Loutitt und Japans Kombiniererin Haruka Kasai zogen sich allesamt einen Kreuzbandriss zu. Die bittere Erkenntnis: Die Flugkurve war zu hoch, die Landung zu abrupt.
Die FIS intervenierte, die Umbauten mussten korrigiert werden. Mit Blick auf die in Kürze beginnenden olympischen Skisprungwettbewerbe weiß daher kaum jemand, was zu erwarten ist.
"Flickwerk" beim Saisonhighlight
"Es ist traurig, dass es bei den ersten Olympischen Spielen in Mitteleuropa wieder passiert ist", urteilte der deutsche Frauen-Bundestrainer Heinz Kuttin mit Blick auf das Geschehene. Die Verletzungen hätten "wirklich weh getan. Ich hoffe, dass es jetzt halbwegs gut über die Bühne geht". Ex-Herren-Chef Werner Schuster glaubt allerdings nicht an Wunderdinge: "Unsere Erfahrung zeigt: Alles, was man hinterher begradigt, ist Flickwerk."
Ohnehin sieht der "Eurosport"-Experte die Entwicklungen extrem kritisch: "Seit 10, 15 Jahren sind wir beim Schanzenbau nicht auf dem richtigen Weg. Die neuen Schanzen sind Plumpsschanzen. In Predazzo schießt es dich wie eine Kanonenkugel am Schanzentisch heraus, und irgendwann fällt die Kanonenkugel halt runter."
Mit Andreas Wellinger steht zumindest ein Star im deutschen Aufgebot, der in Predazzo schon "plumpsen" durfte. Der doppelte Olympiasieger musste aufgrund von Formproblemen rund um Weihnachten eine Wettkampfpause einlegen und sprang stattdessen außer Konkurrenz bei den italienischen Meisterschaften. Wellingers Feedback ließ damals nicht auf sehr große Veränderungen schließen. Ob sein Wissensvorsprung letztlich ein Vorteil ist, wird sich zeigen.
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