Bei Biathlon-Weltmeisterschaften holte Michael Rösch in seiner Karriere insgesamt dreimal Bronze mit der Herren-Staffel, der größte Coup seiner Laufbahn gelang dem ehemaligen DSV-Star allerdings bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin, als er mit der Männer-Staffel Gold holte. Ein Erfolg, der auch seine Schattenseiten hatte.
Deutschlands Biathlon-Stars sind bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina nicht gerade die Top-Favoriten auf Edelmetall, Chancen auf den ein oder anderen Coup dürfen sich die DSV-Skijäger dennoch ausrechnen. Gerade in den Staffeln scheint durchaus etwas möglich.
Sollte es letztlich sogar einen oder gar mehrere Olympiasieger aus Deutschland geben, könnte dies enormen Einfluss auf die Athleten haben. Michael Rösch hat nun im Interview mit dem "Focus" geschildert, wie sein Goldmedaillen-Gewinn nicht nur positive Aspekte mit sich brachte.
Die Folgen, die ein Olympiasieg nach sich ziehe, sind "sehr individuell", betont Rösch. "Es macht einen Unterschied, ob du schon vorher im Rampenlicht standest. Wenn eine Franziska Preuß, unsere Sportlerin des Jahres, oder Julia Tannheimer Olympiasiegerin wird, ist das etwas anderes. Aber generell ist Biathlon eine medienstarke Sportart. Du hast jedes Wochenende drei bis fünf Millionen Zuschauer im Fernsehen. Da können sehr viele Türen in alle Richtungen aufgehen. Ich habe es selbst erlebt, dass der Druck dann auch ein ganz anderer ist. Du wirst in jedem Rennen an der Goldmedaille gemessen", ssagte der 42-Jährige, der gesteht: "Daran ich bin teilweise zerbrochen."
"Eine Medaille ist das eine, aber ..."
Spätestens nachdem er maßgeblichen Anteil am Staffel-Gold in Turin hatte, galt Rösch als Kronprinz einer erfolgreichen deutschen Biathlon-Generation, in den folgenden Wintern zeigte die Tendenz allerdings eher bergab.
2010 in Vancouver wurde er nicht einmal für die Winterspiele nominiert. 2012 entschied sich Rösch schließlich, für Belgien zu starten und der deutschen Konkurrenz aus dem Weg zu gehen. Für die neuen Farben startete er ab 2014, 2016 gelang ihm mit Platz sechs im Verfolgungsrennen von Pokljuka sein letztes Top-Resultat, 2019 beendete er seine Karriere.
"Mit dem Olympiasieg kamen auch größere Sponsoren und mehr Geld einher. Ich habe ein Haus gebaut – viel zu früh und viel zu groß. Das, was eigentlich ein positiver Rattenschwanz war, wurde durch private Fehlplanung und Fehlentscheidungen sehr problematisch. Es war wie eine Weggabelung. Rechts ist gut, links ist schlecht. Und ich bin jedes Mal links abgebogen", verriet Rösch, dass allerdings nicht nur sportliche Entscheidungen einen Einfluss hatten.
"Eine Medaille ist das eine, aber was danach kommt, ist fast noch wichtiger", fasste er zusammen.
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