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Tarnen, Tricksen, Täuschen

Ein Monster-Motor dominiert die Formel-1-Tests

Toto Wolff und Mercedes haben wohl einen ganz starken Motor entwickelt
Toto Wolff und Mercedes haben wohl einen ganz starken Motor entwickelt
Foto: © IMAGO/kolbert-press/Christian Kolbert
02. Februar 2026, 12:12

Die Formel 1 legt wieder los. Rund um die ersten Winter-Tests der F1 in Barcelona gab es viel Geheimniskrämerei und reichlich Gerüchte. In einer Sonderfolge seiner Kolumne für sport.de erklärt Formel-1-Insider Felix Görner die wichtigsten Erkenntnisse und Lehren aus dem Test-Auftakt in Spanien. Es kristallisiert sich ein klarer Gewinner heraus. 

Fünf Tage lang tarnen, tricksen, täuschen - trotz Regens und schlechten Wetters zeichnet sich ein erstes Bild ab. Mercedes hat seine Hausaufgaben am besten gemacht. Das ist nicht überraschend, denn immer wenn ein neuer Motor oder neues Motorkonzept anstand, dann war Mercedes ganz weit vorne, wenn nicht sogar die beste Alternative in der Formel 1.

Mercedes setzt mit Monster-Motor eine Duftmarke

So riecht man das auch im Moment im Fahrerlager. Die meisten Runden, 500, haben die Silberpfeile gedreht. Damit haben sie eine erste Duftmarke gesetzt und die Ambitionen untermauert, dass man um den Titel mitfahren kann. Mit der Fahrerpaarung George Russell und Kimi Antonelli ist Teamchef Toto Wolff zusammen mit dem Monster-Motor sehr gut aufgestellt. Mercedes ist definitiv ein Mitfavorit auf den Titel. Auch die essenzielle Haltbarkeit ist offenbar gegeben. Alle Mercedes-Teams können sich freuen, dass Wolff und seinen Ingenieuren offenbar ein Meisterstück gelungen ist. Den Rest des Autos können wir im Moment noch nicht einschätzen. 

Probleme bei Verstappen und Red Bull?

Die zweite wichtige Erkenntnis ist: Max Verstappen wird mit seinem Red Bull ordentlich zu kämpfen haben. Das verwundert auch nicht wegen des eigengebauten Motors mit Ford-Unterstützung. Das ist ein neuer Zusammenschluss, ein Riesenpuzzle aus Hunderttausenden Steinen, die zusammengesetzt werden müssen. Vom Konzept her reicht das wahrscheinlich nicht aus, um in der WM ganz vorne zu sein. Vielleicht wird es sogar das Abschiedsjahr von Max Verstappen bei Red Bull, da er sicher nicht mit dem Red Bull hinterhergurken wird. Nur 303 Runden und eine Zeit, die deutlich langsamer ist als Mercedes, deuten darauf hin, dass da noch viele Probleme sind. 

Spannendes Motor-Duell?

Wer wieder gut aufgestellt ist, ist die Weltmeister-Mannschaft von Zak Brown – McLaren ist sowohl was die Rundenzeiten angeht als auch vom Potenzial her definitv ein Mercedes-Konkurrent. Es kann durchaus sein, dass es zu einem Duell der Mercedes-Motoren zwischen Mercedes und McLaren-Mercedes kommt. Das wird sicher spannend werden. Auf der Fahrerseite hat McLaren mit Weltmeister Lando Norris und auch Oscar Piastri gute Karten.

Ferrari und Hamilton massiv unter Druck

Ferrari steht mal wieder gewaltig unter Druck. Das springende Pferd muss auch mal über die höchste Hürde springen, ansonsten ist Schicht im Schacht. Sowohl bei Lewis Hamilton als auch bei Teamchef Fred Vasseur. Beide sind angezählt. Ferrari-Präsident John Elkann wird die Reißleine ziehen, wenn man merkt, dass es Ferrari in beiden Weltmeisterschaften wieder nicht schafft.

Video: RTL-Experte: "Kein neuer Stand" bei Schumi

Rekordweltmeister Hamilton fährt um seine letzte Chance gegen Leclerc. Seine Bestzeit muss man mit Vorsicht genießen. Sie war auf weichen Reifen aufgestellt. Das heißt noch lange nicht, dass man ein Zehntel schneller ist als Mercedes. Hamilton muss Leclerc schlagen, sonst ist die Karriere vorbei.

Audi fängt ganz hinten an und braucht Geduld

Klar ist auch: Audi wird von unten der Tabelle kommen und muss sich daran auch gewöhnen. Man sieht die wenigen Runden in Barcelona, die langsamen Zeiten. Das heißt: Da ruckelt es noch gewaltig. Das ist auch nicht verwunderlich. Neuer Motor, neues Team, neue Zusammenführung von Deutschland und der Schweiz. Nico Hülkenberg muss die Zähne zusammenbeißen und viel Geduld zeigen.

Und was macht eigentlich Adrian Newey?

Das interessanteste Auto war der Weltmeister des Tarnens, Trickens und Täuschens: das neue Baby von Adrian Newey. Wie man das von ihm eben kennt. Es ist so extrem gebaut, dass es am Anfang überhaupt nicht in die Gänge gekommen ist. Die Designlösungen sind atemberaubend. Sind sie atemberaubend daneben oder atemberaubend gut? Diese Frage können wir noch nicht beantworten. Newey ist der Radikalist. Er versucht alles und sagt sich: Was haben wir zu verlieren bei Aston Martin? Wir gehen einen ganz anderen Weg als die anderen. Wächst es oder bleibt es ein Baby? Da werden uns die nächsten Tests mehr Auskunft geben.

Fauxpas sondersgleichen

Dass Williams gar keine Runden dreht, ist natürlich ein Fauxpas sondersgleichen. Wenn man noch nicht mal bei den ersten Testfahrten fertig ist, hat die Stunde geschlagen. Williams ist eigentlich immer ganz gut bei der Musik dabei. Teamchef James Vowles hat es gesagt: Es ist das komplizierteste Auto, das er jemals gebaut hat. Vielleicht überfordert das auch den ein oder anderen. Das neue Reglement treibt die Teams ans absolute Limit. Wir können gespannt sein, wie der nächste Test verläuft. Dann wird schon weniger getarnt, getrickst, getäuscht. Denn dann werden langsam die Hosen runtergelassen in Richtung Melbourne. 

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1ArgentinienFranco ColapintoAlpine F1 Team0
2FrankreichPierre GaslyAlpine F1 Team0
3SpanienFernando AlonsoAston Martin F1 Team0
4KanadaLance StrollAston Martin F1 Team0
5FinnlandValtteri BottasCadillac F1 Team0

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