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Denkwürdiger NFL-Clash

Als Malcolm Butler den Seahawks den Super Bowl versaute

Malcolm Butler wurde in Super Bowl XLIX zum Helden
Malcolm Butler wurde in Super Bowl XLIX zum Helden
Foto: © imago sportfotodienst
02. Februar 2026, 11:41

Super Bowl LX zwischen den New England Patriots und Seattle Seahawks steht vor der Tür und weckt zugleich Erinnerungen an das erste Aufeinandertreffen der beiden NFL-Franchises im großen Spiel. sport.de blickt zurück.

Wer auf den Super Bowl zwischen den Patriots und Seahawks am kommenden Sonntag (ab 23:15 Uhr live bei RTL) blickt, dem wird sicher auch das Duell in Super Bowl XLIX in den Sinn kommen. Schließlich war es ein geschichtsträchtiger Abend in Arizona mit einem Rekord-Comeback und einem unglaublichen Ende.

Die Patriots merkten an jenem Abend in Arizona spätestens beim Stand von 14:24 aus ihrer Sicht zum Start des Schlussviertels, dass das eigene Run Game dem Gegner nicht gewachsen war, sodass es gewissermaßen über Bord geworfen wurde. Brady übernahm und war nicht mehr zu stoppen, auch nicht von der legendären Legion of Boom. Einen Drive über neun Plays schloss er mit einem 4-Yard-Touchdown-Pass auf Danny Amendola ab und nach einem weiteren Stopp der Defense folgte ein Drive über zehn Spielzüge. An dessen Ende? Ein 3-Yard-Touchdown-Pass zu Julian Edelman zur 28:24-Führung für New England mit zwei Minuten auf der Uhr.

Doch an diesem Punkt standen die Patriots auch in ihren vorherigen zwei Super Bowls, mit einer knappen Führung kurz vor Schluss und dem Ball in der Hand des Gegners. Zweimal kassierten sie anschließend noch eine Pleite durch die New York Giants, die jeweils von Wunder-Catches - David Tyree und Mario Manningham, Ersterer sogar ebenfalls in Arizona in Super Bowl XLII - profitierten.

Patriots: Wunder-Catch weckt böse Erinnerungen

Und einen solchen sollte es auch für die Seahawks geben! Wilson feuerte einen 33-Yard-Pass bis an die 5-Yard-Linie, den Kearse erst im Nachfassen am Boden liegend nahe der Seitenlinie sicherte. Cornerback Malcolm Butler reagierte stark und stoppte den Receiver noch auf dem Weg zur Endzone. Doch die Seahawks waren in Position, das Spiel zu gewinnen mit nur noch knapp einer Minute zu spielen ...

Zehn Jahre nach ihrem letzten Triumph im Super Bowl waren erste Stimmen laut geworden, die das Ende der Ära Brady-Belichick in New England herbeigeredet hatten. Der Saisonbeginn verlief entsprechend und man startete die Saison 1-2 gekrönt von einer peinlichen Klatsche bei den Kansas City Chiefs, die damals unter Head Coach Andy Reid noch nicht der große jährliche Titelanwärter waren. 

Zudem hatte New England in Runde 2 des Draft mit Jimmy Garoppolo einen hoffnungsvollen jungen Quarterback gezogen. Jener Garoppolo brachte das Spiel in KC nach schwacher Vorstellung von Tom Brady auch zu Ende. Anschließend sah sich Bill Belichick Fragen gegenüber, ob es nun zu einer Quarterback-Diskussion kommen würde. Seine Antwort damals nur: "We're on to Cincinnati" ("Unser Fokus liegt jetzt auf Cincinnati."). 

Das Spiel gegen die Bengals in der Folgewoche war zugleich der Wendepunkt für die Patriots. Sie gewannen deutlich mit 43:17 und sollten danach nur noch zwei Spiele im ganzen Jahr verlieren. Mit 12-4 ging es in die Playoffs, in denen man im Divisional Game die Baltimore Ravens mit exotischen Formationen und Trick-Plays nach zwei 14-Punkte-Rückständen niederrang (35:31) und dann im Championship Game die Indianapolis Colts mit 45:7 überrollte - aus dem Spiel wurde schließlich Deflategate ...

Seahawks und Patriots wie heute im Gleichschritt

Die Seahawks wiederum starteten auch 1-2 - witzigerweise starteten beide Teams auch die Saison 2025 im Gleichschritt mit je einer Niederlage in Woche 1 - und marschierten schließlich auch zu einer 12-4-Bilanz, wodurch sie zum zweiten Mal in Serie den Top-Seed der NFC errangen. Sie waren damals das Team der Stunde, hatten sensationell deutlich Super Bowl XLVIII gegen die Denver Broncos (43:8) gewonnen und waren somit drauf und dran, ihren Titel zu verteidigen.

In den Playoffs hatten sie keine Mühe mit den Carolina Panthers (31:17), dafür aber große mit den Green Bay Packers im NFC Championship Game. Mit weniger als elf Minuten zu spielen lagen sie 7:19 hinten, starteten dann jedoch eine wilde Aufholjagd. 2:13 Minuten vor Schluss erzielte Russell Wilson den Touchdown, der auf 14:19 verkürzte. Anschließend eroberte Chris Matthews den Onside-Kick, den Linebacker Brandon Bostick durch die Hände gleiten ließ, und Seattle drehte das Spiel kurz darauf durch einen 24-Yard-Touchdown-Run von "Beastmode" Marshawn Lynch mit 1:33 Minuten auf der Uhr. Eine Two-Point Conversion stellt auf 22:19.

Im Gegenzug jedoch fand Aaron Rodgers eine passende Antwort und erzwang schließlich doch noch ein Field Goal von Mason Crosby zum Ausgleich. In der Overtime machten die Seahawks dann jedoch kurzen Prozess und Russell Wilson warf den entscheidenden Touchdown-Pass auf Jermaine Kearse. 

Der Super Bowl selbst am 2. Februar 2015 verlief für Patriots-Verhältnisse relativ typisch - schwacher Beginn, dann allmählich mehr Action zur Pause hin. Brady warf noch im ersten Viertel eine Red-Zone-Interception zu Jason Lane, doch im zweiten Viertel gingen die Patriots dann doch in Führung. Brady fand Brandon LaFell für den ersten Touchdown des Spiels. 

Super Bowl XLIX: Seahawks übernehmen nach der Pause

Zwei Minuten vor der Halbzeit ging es dann rund: Lynch glich mit einem 3-Yard-Touchdown-Run aus, die Patriots schlugen 31 Sekunden vor der Pause mit einem 22-Yard-TD-Pass von Brady auf Rob Gronkowski zurück und Wilson peitschte sein Team dann doch nochmal zum Ausgleich - 11-Yard-Pass auf Matthews zwei Sekunden vorm Break. 14:14 zur Pause!

Im dritten Viertel übernahm dann Seattle und ging erstmals durch ein Field Goal in Führung. Bobby Wagner schnappte sich dann eine Interception gegen Brady und leitete den nächsten guten Drive seines Teams an der Mittellinie ein. Das Run Game begann zu dominieren und Wilson warf schließlich einen 3-Yard-Touchdown-Pass auf Doug Baldwin für eine 24:14-Führung, sodass der Titelverteidiger mit einem Zehn-Punkte-Vorsprung ins Schlussviertel ging - einen solchen Rückstand hatte nie zuvor jemand im Super Bowl so spät noch aufgeholt.

Die Patriots kamen zurück, doch nach dem Wunder-Catch von Kearse war die Bühne bereitet für den erneuten Triumph von Pete Carroll und den Seahawks. Lynch bekam den Ball und wurde erst an der 1-Yard-Linie von Linebacker Dont'a Hightower gestoppt. Alles im Stadion erwartete den nächsten Run von Lynch und vor allem eine Timeout der Patriots mit nur noch einer Minute zu spielen. Diese kam nicht. Vielmehr rief Linebackers Coach Brian Flores: "3 Corners, 3 Corners, Malcolm Go!" Die Patriots schickten ihr Goal-Line-Package aufs Feld gespickt mit drei Cornerbacks, um die Seahawks zum Pass zu verleiten, wie sie es unter der Woche trainiert hatten. Butler war der dritte Corner. 

Video: Unglaubliches Ende in Super Bowl XLIX

Carroll und Co. tappten genau in diese Falle, entschieden sich zum Pass und Butler sprang vor Ricardo Lockette in der Goal Line für die Interception seines Lebens. Grenzenloser Jubel auf der einen, fassungsloses Entsetzen auf der anderen Seite. Die Patriots hatten ihren vierten Titel und ließen noch zwei weitere folgen, die Seahawks wiederum erreichten bis zu dieser Saison nicht mal mehr ein Championship Game.

Was auch immer am kommenden Sonntag passiert, werden es beide Teams schwer haben, dieses unglaubliche Finish von damals zu toppen.

New England Patriots
New England Patriots
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Seattle Seahawks
Seattle Seahawks
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00:30
Mo, 09.02.
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