Skispringer Andreas Wellinger erlebt einen Winter zum Vergessen. Findet der zweimalige Weltmeister ausgerechnet bei den Olympischen Winterspielen aus seinem Formtief? Der frühere Bundestrainer Werner Schuster ist eher skeptisch.
"Andi hat sich rangekämpft. Aber ob er wirklich aus dieser Position eine Medaille machen kann - dann müsste er einen Orden kriegen", sagte der heutige "Eurosport"-Experte mit Blick auf Wellingers Aussichten bei den olympischen Wettbewerben in Predazzo.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer für den 30-Jährigen könnte das kommende Weltcup-Wochenende in Willingen sein, das ihm laut Schuster als "Booster" für Olympia dienen könnte. "Ein Erfolgserlebnis schadet nie."
Er selbst, so der 56-Jährige, habe eine ähnliche Entwicklung bei den Spielen 2010 im kanadischen Vancouver erlebt. "Damals hatten wir auch keine einfache Situation. Viele haben Willingen ausgelassen, aber wir sind hingefahren und ziemlich gut gesprungen. Danach haben wir in Vancouver angesichts unserer Vorleistung tolle Spiele geliefert, mit Silber im Team."
Skispringen: Darum freut sich Wellinger auf Willingen
Wellinger selbst freut sich auf die Wettbewerbe im Sauerland.
"Willingen, Heim-Weltcup - immer wieder eine große Freude! Die Begeisterung ist riesig, bei den Helfern, bei den Zuschauern, bei der Schanzenpräparation - alles ist tipptopp, das ist ein Wochenende mit festlicher Stimmung!", sagt er. "Auch drumherum ist immer viel geboten - und wir werden hoffentlich weite Sprünge zeigen. Ich durfte in Willingen schon zweimal ganz oben stehen und freue mich sowohl auf die Schanze als auch auf die Kulisse."
Zuletzt lief es bekanntlich alles andere als glatt für Wellinger. Bei der Skiflug-WM in Oberstdorf kam er abgesehen von zwei Trainingssprüngen vor dem Einzel gar nicht zum Zuge.
Im Gesamtweltcup belegt er derzeit nur den 37. Platz, bei der Vierschanzentournee war er nur auf dem 36. Rang gelandet.




