Neben Dawid Kubacki und Maciej Kot fehlt auch der dreimalige Weltmeister Piotr Zyla im Kader der polnischen Skispringer für die Olympischen Winterspiele. In seiner Heimat stößt die umstrittene Entscheidung auf Kritik.
"Ich bin sehr überrascht, dass Piotr nicht zu den Olympischen Spielen fährt. In der ersten Saisonhälfte ist er wirklich nicht gut gesprungen, aber nach seiner Leistung bei der Skiflug-WM denke ich, dass er bei Olympia um Top-Platzierungen hätte kämpfen können", sagte Olympiasieger Wojciech Fortuna dem Portal "WP SportoweFakty".
Der 73-Jährige wurde sogar noch deutlicher: Zylas Nichtberücksichtigung für den Olympia-Kader der polnischen Skispringer sei schlicht "inakzeptabel", wettert er. Er sei "überhaupt nicht einverstanden" mit dieser Entscheidung des Trainerteams um Chefcoach Maciej Maciusiak und des Verbands.
Er selbst sei vor seinem Gold-Coup 1972 in Sapporo in einer ähnlichen Situation gewesen wie Zyla jetzt, schilderte Fortuna. "Ich gewann die Olympia-Qualifikation und plötzlich erhielt ich eine Nachricht von den damaligen Verantwortlichen: Du wirst trotzdem nicht zu den Olympischen Spielen fahren, weil du zu jung bist. Die Geschichte erregte viel Aufmerksamkeit, Journalisten schrieben und berichteten darüber, und schließlich fuhr ich doch. Wir alle wissen, wie das ausgegangen ist."
Skispringen: Appell an Polens Trainerteam
Der ehemalige Skispringer betonte, er hätte Zylas Ausbootung verstehen können, wenn der 39 Jahre alte Routinier außer Form gewesen wäre. Nach dessen Leistungen zuletzt in Oberstdorf sei er aber "wirklich wütend und enttäuscht", so Fortuna.
Zyla hatte bei der Skiflug-WM auf der Heini-Klopfer-Schanze als bester Pole Rang 15 belegt.
"Es ist noch nicht zu spät. Ich appelliere an die Trainer, ihre Entscheidung zu überdenken und Piotrs Sprünge bei den Wettbewerben in Deutschland sorgfältig zu analysieren. Er hat sich dort viel besser präsentiert als in der ersten Saisonhälfte", sagte Fortuna.
