Fast zwei Wochen ist das Zweitligaduell zwischen Hertha BSC und dem FC Schalke 04 (0:0) inzwischen her - und sorgt immer noch für Wirbel.
Die Gelsenkirchener Ultras erheben in ihrem Fanzine "Blauer Brief" schwere Vorwürfe gegen die Polizei.
Bereits bei der Ankunft in Berlin seien "jede Möglichkeit der Provokation und Konfrontation" vonseiten der Beamten getätigt worden, heißt es dort. "Durchgängige Beleidigungen, Schubsen und Wegstoßen, gefolgt von Aufbäumen und dem Wunsch, sich heute 'mal richtig hauen zu können'. Ja, es ließ sich erahnen, was uns heute erwarten würde", schrieben die S04-Fans.
Während des Einlasses am Olympiastadion habe man aus Presse und sozialen Netzwerken von Polizeiübergriffen auf Anhänger von Hertha BSC erfahren.
"Auch wir erlebten einige Minuten später noch einmal die volle Breitseite Hass der Polizei auf Fußballfans. Während wir die Kartenkontrolle mit unserem Material am Blockeingang passierten, prügelten die Beamten plötzlich ohne Auslöser grundlos auf unsere Leute ein und jagten diese bis zu den Treppenaufgängen innerhalb des Blocks herunter", schilderten die Schalker Ultras weiter.
Dass die Situation nicht weiter eskalierte, sei "nur der eigenen Besonnenheit zu verdanken" gewesen. Weiter hieß es: "Über den Auslöser und den Verlauf jeder Auseinandersetzung lässt sich immer diskutieren, jedoch darf es niemals sein, dass Polizisten im Dienste des Staates Eskalationen provozieren, diese vorantreiben, Unbeteiligte verletzen und so vorgehen, wie sie es an diesem Tage getan haben."
FC Schalke 04: Fans verzichten aus "Solidarität" auf Support
Aus "Solidarität mit schwer verletzten Menschen durch massive und überzogene Polizeigewalt" habe der Gästeblock dann im Stadion auf organisierten Support verzichtet. "Und das mit Wirkung: Noch während des Spiels war der gemeinsame Stimmungsverzicht Fokusthema der Kommentatoren sowie der Medien jeglicher Art, weshalb die Aufmerksamkeit für die ganze Sache ins Zentrum der Öffentlichkeit gerutscht ist. Bestenfalls werden dadurch zukünftig solche Einsätze der Polizei noch kritischer hinterfragt und finden irgendwann, ganz vielleicht, endlich ein Ende."
Kritik am Polizeieinsatz hatte es nach der Partie auch von Hertha BSC sowie der Berliner Fanhilfe gegeben.
Die Polizei wiederum teilte mit, die Beamten seien am Eingang zur Ostkurve beleidigt und von "vermummten" Fans "mit Absperrgittern beworfen und mit Schlagwerkzeugen attackiert worden".
Weiter hieß es: "Zum Schutz der Einsatzkräfte und unbeteiligter Zuschauender" sei Pfefferspray "gegen größere Gewalttätergruppen" eingesetzt worden.


























