Schwedens Biathlon-Superstar Sebastian Samuelsson geht davon aus, dass Teile der Weltcup-Konkurrenz immer noch mit unerlaubten leistungssteigernden Mitteln nachhelfen und betrügen.
"Ich war immer davon überzeugt, dass ich gegen gedopte Athleten antrete", sagte der 28-Jährige bei "SVT Sport".
Der schwedische Sender hatte zwei Wochen vor den Olympischen Winterspielen gemeinsam mit NRK (Norwegen), Yle (Finnland) und DR (Dänemark) die Ergebnisse einer anonymen Dopingumfrage aus ihren Ländern veröffentlicht.
Die Ergebnisse lassen aufhorchen: Die Hälfte der teilnehmenden Nationalmannschaftsathleten gab an, im Laufe eines Jahres außerhalb von Wettkämpfen überhaupt nicht auf Doping getestet worden zu sein.
Staffel-Olympiasieger Samuelsson kritisierte: "Das ist schlecht, man müsste deutlich mehr testen. Gleichzeitig ist das ein Trend, der sich seit einigen Jahren fortsetzt."
Auf die Frage, warum das so sei, bekomme er immer die gleiche Antwort, ergänzte das schwedische Biathlon-Ass: "Dass Tests sehr teuer sind und fast alle Proben negativ ausfallen. Und dann kann man sich fragen: Sind viele Dopingtests wirklich ein effektives Mittel, um Betrüger zu überführen?"
Samuelsson plädierte dafür, neben vermehrten Tests auch andere Ermittlungswege im Kampf gegen das Doping einzuschlagen.
Biathlon und Co. von Doping betroffen? Umfrage-Ergebnisse lassen aufhorchen
In der Umfrage der skandinavischen Sender gaben 49,2 Prozent der Antwortenden an, zwischen dem 1. September 2024 und dem 1. September 2025 während des Trainings oder der Freizeit nie getestet worden zu sein. 13,3 Prozent hätten einmal eine Dopingprobe abgeben müssen.
Zudem gaben 35,5 Prozent an, im gleichen Zeitraum während eines Wettkampfes nicht getestet worden zu sein. 17,5 Prozent wurden einmal getestet.
Verschickt hatten die Sender insgesamt 413 Fragebögen, 45 Prozent davon kamen beantwortet zurück. Ausgenommen waren Eishockeyspieler in Schweden und Finnland, da in der NHL eigene Anti-Doping-Regelungen gelten.
Die Ergebnisse der Umfrage sorgen nicht nur im Biathlon für Bedenken. "Ich würde gerne an sauberen Sport glauben, aber dieses Umfrageergebnis trägt nicht gerade dazu bei", sagte die finnische Langläuferin Johanna Matintalo.
