Biathlon-Ass Franziska Preuß liebäugelt anscheinend mit einem Karriereende nach den Olympischen Winterspielen.
"Vielleicht waren es meine letzten Weltcup-Rennen", sagte sie nach ihrem 13. Platz im Massenstart von Nove Mesto der "ARD". "Deswegen war ich froh, dass ich noch einmal hier war."
Man müsse jetzt schon "das Ganze im Kontext sehen. Die Franzi hatte heute einen Wettkampf, mit dem sie sicher nicht zufrieden ist, denn sie sich sicherlich noch einmal anders vorgestellt hätte kurz vor Olympia", reagierte DSV-Sportdirektor Felix Bitterling auf Preuß' Aussagen: "Auf der anderen Seite muss man auch die Situation sehen, die Franzi hat Olympia klar als ihr letztes wirklich großes Karriereziel ausgegeben, dort eine Einzelmedaille zu gewinnen."
Preuß sei "durchaus auf einem guten Weg", sagte Bitterling und ergänzte: "Dass die Franzi nicht mehr da rumläuft, um irgendwie Zehnte im Gesamtweltcup zu werden, das dürfte auch jedem bewusst sein."
Bezüglich eines Karriereendes von Preuß würde er "erstmal zur Ruhe mahnen", sagte der Biathlon-Funktionär mit Blick auf die olympischen Wettbewerbe. "Ich denke auch, dass das sehr davon abhängig ist, wie dann die Stimmung in und nach Antholz ist", so Bitterling.
Ihr enttäuschendes Abschneiden bei der Olympia-Generalprobe sorgt bei Preuß für Rätselraten. Fast eineinhalb Minuten fehlten ihr auf die siegreiche Französin Julia Simon, die vor ihrer Teamkollegin Océane Michelon gewann. Beide schossen jeweils nur einen Fehler, Preuß zielte dreimal daneben.
"Es war jetzt schon noch einmal eine gute Ausbelastung, aber es war sehr zäh - und ich war dann auch körperlich angeknockt. Da kam einfach viel zusammen", klagte Preuß.
Biathlon: Preuß hat "Nerven dann nicht behalten"
Bei ihren ersten beiden Fehlschüssen im zweiten Liegendanschlag habe sie "zu spät reagiert", bekannte die 31-Jährige. Bei der letzten Einlage sei sie dann unter Zugzwang gewesen - und musste eine weitere Extra-Runde drehen. "Da habe ich die Nerven dann nicht behalten."
Vor Olympia steht bei Preuß nun erstmal Erholung ganz oben auf der Agenda - und Gesundbleiben. "Es wird spät, bis wir heimkommen. Ich muss jetzt noch zur Dopingkontrolle - wenn es läuft, dann läuft's. Dann möchte ich erstmal ein, zwei Tage abschalten", sagte sie.
Neben Preuß ging beim Massenstart in Nove Mesto auch Marlene Fichtner an den Start. Sie wurde respektable 21. - und das nur einen Tag nach dem Drama um die Disqualifikation des deutschen Single-Mixed-Teams, bei der ihr und Partner Leonhard Pfund der Sieg wegen eines Regelverstoßes aberkannt worden war.
Fichtner, die im Gegensatz zu Preuß nicht bei Olympia startet, gab zu: "Beim Laufen habe ich mich nicht mehr ganz so frisch gefühlt. Es hat jetzt schon an der Substanz genagt, auch emotional. Das merkt man schon, dass es nicht mehr so leicht von der Hand geht."
