Die Seattle Seahawks haben durch einen 31:27-Erfolg über die Los Angeles Rams erstmals seit der Saison 2014 wieder den Super Bowl erreicht und sich damit ein Rematch mit den New England Patriots gesichert.
Rams @ Seahawks: Auf einen Blick
- Jaxon Smith-Njigba war der entscheidende Mann, führte alle Spieler in Receiving Yards an, erzielte wichtige 1st Downs und einen wegweisenden Touchdown kurz vor der Pause.
- Die Seahawks stehen erstmals seit 2014 wieder im Super Bowl und treffen dort wie damals auf die Patriots.
- Die Rams hatten am Ende beider Hälften jeweils größere Probleme mit dem Game und Clock Management, was am Ende teuer wurde.
Rams @ Seahawks: Die Analyse
Dieses Spiel verlief in Wellen. Zu Beginn hatten die Seahawks die Oberhand und brauchten nach einem schnellen Defensiv-Stopp nicht lange, um das erste Ausrufezeichen zu setzen. Quarterback Sam Darnold fand Rashid Shaheed für einen 51-Yard-Pass, und wenig später lief Kenneth Walker schließlich zu einem 2-Yard-Touchdown. Es folgten drei Field Goals auf beiden Seiten und ein erster Punt im Spiel durch die Seahawks, woraufhin die Rams ihren bis dahin besten Drive hinlegten. Am Ende stand ein 9-Yard-Touchdown-Pass von Matthew Stafford auf Running Back Kyren Williams.
Und noch vor der Pause bekamen die Gäste den Ball nach einem Punt zurück. Die Rams jedoch wurden schnell gestoppt und ließen noch 54 Sekunden auf der Uhr – genügend Zeit für Seattle, noch einmal anzugreifen. Die Seahawks drückten aufs Tempo, und Darnold fand Jaxon Smith-Njigba über die Mitte für einen 42-Yard-Pass. Kurz darauf startete JSN in der Red Zone im Backfield, wurde von niemandem beachtet und war dann auf einer Seam-Route weit offen für einen 14-Yard-Touchdown-Catch – mit 20 Sekunden auf der Uhr. Pausenstand: 17:13 Seattle.
Nach der Pause begann dann die wilde Fahrt so richtig. Den Rams gelang schnell ein Stopp, die Seahawks mussten punten, und Returner Xavier Smith verlor im Rückwärtsfallen einen Muffed Punt, der den Seahawks den Ball an der 17-Yard-Linie überließ. Ein Play später: 17-Yard-Touchdown-Pass von Darnold über die Mitte zu Jake Bobo. Dann ging es hin und her: Die Rams schlugen in Windeseile zurück, und Stafford warf einen kurzen Touchdown-Pass auf Davante Adams, der zuvor den Drive mit einem 29-Yard-Catch selbst eingeleitet hatte. Die Seahawks antworteten mit einem 13-Yard-Touchdown von Cooper Kupp – und dann machten auch die Seahawks einmal einen schweren Fehler.
Sie hatten den Stopp schon geschafft, weil Riq Woolen einen Pass bei 3rd & 12 abgebrochen hatte. Doch anstatt dann vom Feld zu gehen, kassierte er nach ein paar Worten Richtung Bank der Gäste eine Taunting-Strafe, die ein automatisches 1st Down nach sich zog. Ein Play später feuerte Stafford dann einen 34-Yard-Touchdown-Pass auf Puka Nacua zum 27:31 aus Sicht der Rams.
Und die Rams waren in der Folge drauf und dran, das Spiel zu drehen, doch bei 4th & 4 an der gegnerischen 6 spielten sie den Versuch aus, und Staffords Pass wurde von Devon Witherspoon abgewehrt. In der Folge spielten die Seahawks die Uhr herunter und stehen damit erstmals seit der Saison 2014 wieder im Super Bowl – wie damals gegen die New England Patriots.
Los Angeles Rams (12-5, #5) @ Seattle Seahawks (14-3, #1)
Ergebnis: 27:31 (3:10, 10:7, 14:14, 0:0) BOXSCORE
Rams @ Seahawks: Die wichtigsten Statistiken
- JSN hatte bereits vor der Pause über 100 Receiving Yards und einen Touchdown-Catch. Damit standen die letzten drei Spieler, denen dies in einem Playoff-Spiel gelang, allesamt auf dem Feld: JSN, Nacua (Wild Card 2023) und Cooper Kupp (Divisional Round 2021). JSN ist zudem der erste, dem dies in einem Championship Game gelang seit Chris Hogan (2016).
- Für die Seahawks ist es die vierte Teilnahme am Super Bowl. Zuvor standen sie in den Saison 2005, 2013 und 2014 im Big Game.
Der Star des Spiels: Jaxon Smith-Njigba (Wide Receiver, Seahawks)
Nach ein paar schwächeren Spielen erinnerte JSN wieder alle daran, warum er die Liga in Receiving angeführt hat. Er war mit seinen präzisen Routes kaum zu greifen und hatte am Ende das vorletzte First Down im Spiel und erzielte den so wichtigen Touchdown kurz vor der Pause zur Führung.
Der Flop des Spiels: Sean McVay (Head Coach, Rams)
Er hatte schon bessere Tage, was Game und Clock Management betrifft. Sein zu aggressives Play Calling vor der Pause gab den Seahawks in der letzten Minute der ersten Hälfte unnötigerweise nochmal den Ball, was diese zu einem Touchdown nutzten. Und ganz am Ende nahm er voreilig eine Timeout, anstatt das fragwürdige neue First Down durch Kupp zu challengen, um dann auf die Challenge zu verzichten, um nicht auch noch die letzte Timeout zu verlieren. Die verlor er dann jedoch wenig später, obwohl JSN bei einem Catch letztlich ins Aus gestiegen war. Es war vermutlich eh schon zu spät, aber insgesamt war wohl gerade die Phase vor der Pause die entscheidende im Spiel.
Analyse: Rams @ Seahawks - das fiel taktisch auf
- Nachdem sie dies zuletzt merklich zurückgeschraubt hatten, setzten die Rams in diesem Spiel überwiegend auf 13-Personnel und sogar am häufigsten in dieser Saison. Zudem streuten sie immer wieder 12-Personnel ein und wenn sie liefen, dann aus diesen Packages. Zudem hatten sie vor der Pause mehr Runs als Pässe, nach der Pause schwang das Pendel dann jedoch in die andere Richtung.
- Defensiv variierten die Rams zwischen Nickel und Base, spielten jedoch meist in Zone Coverage, unabhängig vom Personal auf dem Platz.
- Die Seahawks spielten in etwa genau so viele Pässe wie Laufspielzüge. Und die variierten häufig zwischen 11- und 12-Personnel. Zudem waren sie defensiv fast nur in Nickel unterwegs und spielten sehr häufig Zone.







