Harry Kane hatte gerade einmal mehr seine ganze Klasse gezeigt, dennoch blieb bei dem englischen Torjäger ein Hauch von Unzufriedenheit.
Mit einem Doppelpack schoss der 32-Jährige den FC Bayern München beim 2:0 (0:0) gegen Union Saint-Gilloise vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League. Dennoch ärgerte sich Kane über einen Moment, der für ihn eine besondere Marke bedeutet hätte: den verschossenen Elfmeter in der Schlussphase.
Es wäre sein 100. Treffer vom Punkt gewesen, stattdessen klatschte der Handelfmeter nur an die Latte. "Das wäre schön gewesen. Aber so ist das nun mal", sagte Kane nach der Partie bei "DAZN" gewöhnt nüchtern, aber sichtbar selbstkritisch.
Dabei hatte er zuvor wie gewohnt geliefert: Erst köpfte er die Bayern in Führung (52.), nur drei Minuten später verwandelte er einen ersten Strafstoß sicher zum 2:0.
Der vergebene zweite Elfer änderte nichts an Kanes grundsätzlichem Anspruch, wie er selbst ausführte: "Deshalb trainiere ich, deshalb versuche ich, mich zu verbessern. Heute hat es nicht geklappt, aber beim nächsten Mal werde ich bereit sein", erklärte der Stürmer, der in seiner Karriere bislang 99 Elfmeter verwandelte und 13 vergab. Auf sein rundes 100. Elfmetertor muss der Brite vorerst also weiter warten.
Kompany bleibt gelassen: "Kein Problem"
Bayerns Cheftrainer Vincent Kompany nahm den seltenen Fehlschuss seines Superstars bei "DAZN" gelassen: "Er hat den verschossen und wir haben gewonnen. Jetzt kann er seine neue Liste wieder aufbauen, kein Problem. Ich kenne Harry und weiß, was er für einen Fokus hat. Das hat ihn auch nicht aus seinem Spiel gehauen. Elfmeter oder Flanke mit Kopfball, das ist ihm egal", sagte der Bayern-Coach.
Vielmehr lobte Kompany Kanes Einfluss auf das gesamte Spiel. Der Engländer agierte erneut weit über die klassische Mittelstürmerrolle hinaus, ließ sich fallen, forderte Bälle und lenkte den Spielaufbau. "Er hat diese Fähigkeit, sich auch fallen zu lassen und das Spiel zu verlagern. Das macht er sehr, sehr gut."
Der verschossene Elfmeter war erst der zweite im Bayern-Trikot – nach dem Fehlschuss im DFB-Pokal bei Wehen Wiesbaden im August. Angesichts seiner Leistung an diesem Abend geriet er jedoch schnell zur Randnotiz. Erneut wurde er nach der Partie zum Spielers des Spiels gekürt.



























