Gelingt den deutschen Skispringern bei der Skiflug-WM in Oberstdorf (22. bis 25. Januar) ein Medaillen-Coup? Ex-Bundestrainer Werner Schuster hält das durchaus für möglich.
"Grundsätzlich befinden sich die deutschen Skispringer eher in der Rolle des Außenseiters", sagte der heutige TV-Experte bei "Eurosport". "Aber es tummeln sich zwei deutsche Athleten in den Top 10 des Gesamtweltcups und vor allem Felix Hoffmann hat mit tollen Flugqualitäten bestochen. Es ist ein weiter Weg, aber ihm könnte eine Überraschung gelingen."
Der ein oder andere Teamkollege Hoffmanns steckt allerdings tief im Formloch. Andreas Wellinger beispielsweise, der 2024 am Kulm noch zu Einzel-Silber flog und gemeinsam mit Karl Geiger, Pius Paschke sowie Stephan Leyhe im Team-Wettbewerb die Bronzemedaille gewann.
"Man kann nur hoffen, dass die Routiniers zu alter Form finden. Wir wissen, wie gerne Andreas Wellinger in Oberstdorf springt", erklärte Schuster. "Auch in der Mannschaft steht ein harter Kampf bevor, angesichts der starken Konkurrenz rund um Österreich, Japan, Slowenien und Norwegen liegen die Medaillen nicht einfach abholbereit."
Skispringen: Schusters Gold-Tipp "langweilig"
Als "langweilig" bezeichnete Schuster seinen Gold-Tipp für das Einzel bei der Skiflug-WM: "Gerade wenn man sieht, was Domen Prevc in den vergangenen Wochen abgeliefert hat, kann der Titel nur über ihn gehen", sagte er mit Blick auf den derzeit so dominanten Vierschanzentournee-Sieger aus Slowenien.
Sieht er überhaupt ernsthafte Konkurrenten für Prevc in Oberstdorf? "Da es nicht die allergrößte Skiflugschanze ist, werden auch die altbekannten Protagonisten ein Wörtchen mitreden können. Mit Timi Zajc gibt es noch einen Spezialisten, vor dem man sich in Acht nehmen muss. Die Karten sind also ziemlich klar verteilt."
Verteilt werden die Medaillensätze bei der Skiflug-WM am Samstag (16.30 Uhr) in den beiden finalen Durchgängen des Einzels, sowie am Sonntag (16:15 Uhr) im Mannschaftsspringen.

