Borussia Dortmund besiegt den FC St. Pauli dank eines Elfmetertores in der Nachspielzeit mit 3:2 (1:0).
Emre Can nahm die Glückwünsche seiner erleichterten Mitspieler und von Trainer Niko Kovac lächelnd entgegen, auf der Tribüne applaudierte auch der Bundeskanzler.
Der Kapitän hat Borussia Dortmund mit einem Elfmetertor in der Nachspielzeit (90.+5) unter den Augen von Friedrich Merz vor einem Rückschlag gegen Schlusslicht FC St. Pauli bewahrt, durch den späten 3:2 (1:0)-Erfolg festigte der glückliche BVB Platz zwei.
"Es war eine Achterbahnfahrt. Wir müssen es viel besser runterspielen und die Dinger reinmachen", sagte Can nach seinem Schuss ins Glück bei Sky: "Ich habe mich gut gefühlt." Unglücksrabe war Ricky-Jade Jones. Er traf zunächst zum Ausgleich für die tapfer kämpfenden Hamburger (72.), doch dann verschuldete er in der Nachspielzeit mit einem Foul an Maximilian Beier den entscheidenden Elfmeter.
Wie beim 3:0 unter der Woche gegen Werder Bremen überzeugte das Kovac-Team nur bedingt. Julian Brandt (45.+1) hatte für das 1:0 gesorgt, das sich zu dieser Phase nicht angedeutet hatte. Mit der Führung im Rücken hatte Dortmund im zweiten Durchgang zunächst mehr Kontrolle, und die abstiegsbedrohten Hamburger mussten mehr riskieren. Karim Adeyemi (54.) erhöhte auf 2:0, doch St. Pauli bewies Moral: James Sands (62.) und Jones trafen jeweils per Kopf - doch dann kam das bittere Ende für die Gäste.
"Der Junge tut mir extrem leid, weil er sich Vorwürfe macht. Aber so etwas passiert, so ist Fußball", sagte Innenverteidiger Hauke Wahl.
Kovac hatte erneut Stürmer Fábio Silva den Vorzug gegenüber Torjäger Serhou Guirassy gegeben, der bis zur 71. Minute nur auf der Bank saß. Anstelle von Beier erhielt Adeyemi eine Bewährungschance von Beginn an, für Niklas Süle begann Can in der defensiven Dreierreihe.
BVB nach der Pause schwungvoller
Doch die Änderungen verhalfen dem BVB nicht zu mehr Spielfreude. Zwar hatte Brandt bereits in der 13. Minute eine Großchance, bei der Hauke Wahl für seinen Torhüter Nikola Vasilj rettete. Aber ansonsten hatte Dortmund Mühe, für Torgefahr zu sorgen.
Also musste ein direkter Freistoß her, den Brandt (26.) so knapp vorbeischoss, dass die Stadionregie bereits die Torhymne einspielte. Nur Sekunden später war Kobel gegen Mathias Pereira Lage hellwach (27.), Can (39.) unterlief fast ein Eigentor. St. Pauli hielt gut mit und war in einem zerfahrenen Spiel sogar phasenweise das bessere Team. Erst unmittelbar vor der Pause sorgte Brandt für die Führung, als er eine Hereingabe des bis dahin unauffälligen Adeyemi über die Linie drückte.
Den zweiten Durchgang eröffnete der BVB schwungvoller, um schnell den zweiten Treffer nachzulegen. Das gelang: Brandt eroberte den Ball im Aufbauspiel der Gäste, passte zu Silva, der auf den mitgelaufenen Adeyemi ablegte.
In der Phase, in der der BVB endgültig die Kontrolle zu haben schien, schlug Sands per Kopf nach einer Ecke zu. Unmittelbar danach eröffnete Gäste-Trainer Alexander Blessin die Schlussoffensive: Er brachte gleich drei frische Spieler, um noch den Ausgleich zu erzwingen - unter anderem Torschütze Jones kam aufs Feld und wurde zum Hauptdarsteller.


























