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Mini-Nation schreibt Geschichte

Estland bejubelt kleines Biathlon-Wunder

Jakob Kulbin und seine Teamkollegen sorgten in Ruhpolding für eine Sensation
Jakob Kulbin und seine Teamkollegen sorgten in Ruhpolding für eine Sensation
Foto: © IMAGO/speedshot Ralf Just
16. Januar 2026, 10:28
sport.de
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In der Biathlon-Staffel von Ruhpolding sorgt Estland für eine faustdicke Überraschung und wird am Ende Fünfter. Der Trainer bejubelt eine Sensation, die Athleten reiben sich schon während des Rennens verwundert die Augen. 

Die estnische Biathlonstaffel hat am Donnerstag in Ruhpolding ein kleines Stück Geschichte geschrieben und ihr bestes Resultat aller Zeiten einfahren. Zwar landete die Männer schon drei Mal auf dem fünften Platz (1993, 2002 und 2003), allerdings war der Rückstand auf die siegreiche Nation noch nie so knapp wie in Ruhpolding (38 Sekunden). 

Als "Sensation" bezeichnete Estlands norwegischer Trainer Håvard Bogetveit das Resultat gegenüber "TV2". Schon mit dem achten Platz in Oberhof habe sein Team "das beste Ergebnis seit 21 Jahren eingefahren. Heute haben wir das mit dem fünften Platz getoppt. Das war absolut großartig", jubelte er. 

"Die Lücke war zu groß, um wahr zu sein"

Auch die vier Helden des Tages, Rene Zahkna, Kristo Siimer, Mark-Markos Kehva und Jakob Kulbin, reagierten euphorisch auf ihren Auftritt, der vor allem am Schießstand beeindruckend war: Nur vier Nachlader benötigte das Quartett. Noch vor Deutschland und Bulgarien (je 5) war das die beste Ausbeute des Tages. Zu keinem Zeitpunkt des Rennens lagen die Esten schlechter als Platz sechs. Das schafften sonst nur die Norweger. 

"Ich hatte Angst, dass der Traum noch platzen würde. Die Lücke nach hinten war zu groß, um wahr zu sein", sagte Startläufer Zahkna über seine Gefühlsweit auf der Schlussrunde, auf der Kulbin den Staffelstab trug. Doch sein Teamkollege ließ am Ende nichts anbrennen und blieb vor allem am Schießstand cool. "Ich habe zum ersten Mal in dieser Saison fehlerfrei geschossen", jubelte er - und vergaß dabei, dass er im Einzel von Östersund sogar 20 von 20 Schüssen traf. 

Estland profitiert von "Katz-und-Maus-Spiel"

Als Kulbin sein Rennen auf Position vier aufnahm, war er gemeinsam mit dem Franzosen Eric Perrot unterwegs. "Wir haben direkt aufgeholt, was sich ziemlich surreal anhört. Vorne haben sie taktiert, keiner wollte die Führung übernehmen. Es war ein Katz-und-Maus-Spiel", analysierte er.

In seiner zweiten Laufrunde habe er schon gar nicht mehr gemerkt, mit wem er überhaupt unterwegs war. "Und das war auch egal", so Kulbin, der Platz fünf mit seinem zweiten fehlerfreien Anschlag schließlich absicherte. Die letzte Runde habe er daher genießen können, sagte der Este. "Weil ich wusste, dass es nach hinten eine große Lücke gibt."

Noch während des Rennens war die Stimmung allerdings nicht so entspannt. So erklärte Kehva: "Als ich Kristo zugeschaut habe, wollte mein Herz aus meiner Brust springen. Es war absolut schrecklich anzusehen, schrecklich!", scherzte der Mann an Position drei, der den Staffelstab als Vierter übergeben bekam. 

Ruhpolding 2025/2026

1FrankreichFrankreich1:08:58.10h
2NorwegenNorwegen+6.20s
3DeutschlandDeutschland+7.90s
4SchwedenSchweden+24.00s
5EstlandEstland+38.00s

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