Die deutschen Biathlon-Männer haben beim Heim-Weltcup in Ruhpolding ihre Olympia-Ambitionen untermauert. Ex-Skijägerin Denise Herrmann-Wick ist mit Blick auf die Spiele von Mailand und Cortina d'Ampezzo zuversichtlich.
Bei den bald beginnenden Olympischen Winterspielen in Italien ist mit der deutschen Biathlon-Staffel zu rechnen, meint "ZDF"-Expertin Denise Herrmann-Wick nach dem dritten Platz der Männer am Donnerstag beim Heim-Weltcup in Ruhpolding.
"Definitiv, auch mit Blick auf dem Rückstand zu den Top-Nationen und Platz eins", schätzte die Biathlon-Ikone ein. Man sei "voll auf Tuchfühlung" mit der Konkurrenz aus Frankreich (1. Platz), Norwegen (2.) und Schweden (4.). Das "spannende Rennen" verspreche "für Olympia eine heiße Kiste".
Am 17. Februar starten die besten Skijägerinnen und Skijäger in Antholz ihre Jagd nach olympischem Edelmetall. Dass das deutsche Quartett bei der Generalprobe nun eine derart starke Leistung gezeigt hat, "bedeutet schon sehr viel", so die Einzel-Olympiasiegerin von 2022 - wenngleich "noch viel Zeit" bis zum Startschuss sei. "So etwas nimmt man aber natürlich gerne mit. In solchen Rennen holt man sich Selbstbewusstsein. Schießen können im Training sehr viele. Das im Wettkampf und vor so einer Kulisse rüberzubringen, ist die Kunst. Das macht es am Ende aus."
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Biathlon-Quartett nimmt "viel Selbstvertrauen" mit
Das DSV-Quartett um Justus Strelow, Danilo Riethmüller, David Zobel und Philipp Nawrath hatte in der Chiemgau Arena bis zum letzten Schießen sogar noch Chancen auf den ersten Platz. Am Ende fehlten letztlich nur 7,9 Sekunden auf die Sieger aus Frankreich. "Wir können definitiv viel Selbstvertrauen mitnehmen", frohlockte Zobel mit Blick auf Olympia.
Startläufer Strelow hatte nach einem Nachlader liegend im Stehendanschlag eine fehlerfreie Schnellfeuereinlage hingelegt, übergab bei Plusgraden auf weichem Geläuf als Vierter auf Tuchfühlung zur Spitze. "Justus hat das Vermögen schnell zu schießen", so Herrmann-Wick hinterher: "Bei 19,5 Sekunden raucht es da ordentlich auf der Scheibe."
Der aus dem IBU Cup zurückgekehrte Riethmüller zeigte nach einem Extraschuss liegend sowohl stehend als auch in der Loipe eine furiose Leistung, brachte Deutschland zur Halbzeit sogar ganz nach vorne. Auch Zobel hielt das Team trotz eines Nachladers liegend weiter auf Podest-Kurs. Nawrath war dann Teil eines packenden Vierkampfs um den Sieg - und er rettete nach insgesamt zwei Nachladern Rang drei.
Nawraths Olympia-Devise: "Den Kampf annehmen"
Herrmann-Wick lobte zudem den Zielsprint des Routiniers Nawrath mit dem Norweger Vetle Sjaestad Christiansen: "Er ist super drangeblieben, Christiansen ist nicht der Wunschgegner, wenn es Richtung Zielgerade geht. Er hat gekämpft bis zum Schluss." Christiansen sei aber letztlich "einer der besten Sprinter" überhaupt: "Philipp hat alles gegeben und belohnt sich mit dem dritten Platz."
Für die Männer stehen beim Heim-Weltcup mit dem Sprint am Samstag (14:30 Uhr) und der Verfolgung am Sonntag (15:00 Uhr) noch zwei Einzelrennen an, die für die Olympia-Nominierung am Dienstag ganz entscheidend werden. Denn mit Nawrath, Strelow und dem krank fehlenden Philipp Horn haben erst drei Athleten die Norm geknackt, David Zobel immerhin die Hälfte. In Ruhpolding können sich zudem noch Lucas Fratzscher, Riethmüller und Johannes Kühn für einen der fünf Startplätze empfehlen. "Das arbeitet im Hinterkopf", sagte Riethmüller.
Bei Philipp Nawrath geht der Blick bereits nach Antholz. "Die Devise ist: den Kampf annehmen und nicht zurückstecken. Das bringt nichts, wir müssen versuchen unser Ding durchzuziehen", so der 32-Jährige selbstbewusst.


