Bis zur achten und letzten Schießeinlage lag die deutsche Biathlon-Staffel der Frauen beim Heimspiel in Ruhpolding am Mittwochnachmittag voll auf Kurs, ehe ausgerechnet der amtierenden Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß beim Stehendschießen die Nerven versagten. Nach ihren vier Fehlschüssen, die eine Strafrunde und das Ende aller Sieghoffnungen der tausenden deutschen Fans an der Strecke zur Folge hatten, zeigte sich die 31-Jährige sehr selbstkritisch.
"Ich bin natürlich schon sehr enttäuscht. Es tut mir wahnsinnig leid", meinte Franziska Preuß am "ZDF"-Mikrofon kurz nach dem Staffel-Rennen, welches die deutsche Mannschaft am Ende als Sechste beendete.
Als Teil einer fünfköpfigen Spitzengruppe war Preuß in das Schießstadion eingebogen, hatte die Konkurrentinnen aus Italien, Frankreich, Norwegen und Schweden direkt neben sich.
Statt fehlerfrei zu bleiben und anschließend um den Sieg mitzulaufen, ballerte die Oberbayerin dann aber viermal daneben und ging mit einem erheblichen Rückstand von über 40 Sekunden auf die Schlussrunde. Mehr als Platz sechs war danach nicht mehr zu holen.
Am Freitag geht es mit dem Biathlon-Sprint weiter
"Es war einfach so ein Druck in dem letzten Stehendschießen drin. Ich stelle mich hin, dann schepperts schon neben mir. Dann will man natürlich mitziehen. Ich habe von den Nachladern einfach keinen ins Ziel bekommen, es war einfach nicht gut", meinte die Weltklasse-Biathletin voller Selbstkritik.
Über die spezielle Situation beim letzten Stehendanschlag meinte Preuß weiter: "Man weiß, man kann jetzt nicht ewig rumzaudern, sondern muss so schnell wie es geht die Schüsse rauskriegen und beim Zug mit dabeibleiben. So war es jetzt natürlich die schlechteste Lösung. Es ist jetzt so, das muss ich jetzt einfach abhaken und für Freitag wieder frei sein im Kopf."
Am kommenden Freitag geht es in Ruhpolding mit dem Sprintrennen über die 7,5 Kilometer weiter. Dann will Preuß vor ihrem Heim-Publikum Wiedergutmachung betreiben.
