Die Bedingungen waren alles andere als leicht, aber selbst wenn man das Schneetreiben in Zakopane in die Waagschale wirft, kann Deutschlands Skisprung-Star Karl Geiger mit der von ihm gezeigten Leistung einmal mehr nicht zufrieden sein. Der fünfmalige Weltmeister selbst nahm kein Blatt vor den Mund.
Dass es knapp war, dürfte kaum als Trost genügen, denn nach dem Durchgang eins beim Skispringen im polnischen Zakopane beendet war, lag Karl Geiger nur auf dem 31. Rang - der zweite Durchgang fand somit, wie zuletzt nicht selten, ohne den 32-Jährigen statt.
"Ich bin einfach nur sauer und frustriert", erklärte Geiger in der "ARD". Die Hoffnung, endlich die Norm für die Olympischen Spiele zu knacken, war zu diesem Zeitpunkt erneut heftig geplatzt. "Irgendwie muss ich das abhaken und mich beruhigen."
Der 23. Platz beim ersten Weltcup der Saison im norwegischen Lillehammer war bislang das höchste der Gefühle in einer extrem enttäuschenden Saison des langjährigen Zugpferdes des DSV. Für den dreimaligen Olympia-Medaillengewinner ist eine weitere Teilnahme an Winterspielen damit derzeit meilenweit entfernt.
Pius Paschke wird hingegen in Italien zum Aufgebot zählen, was ein neunter Rang am Sonntag untermauerte.
"Es ist im Moment ein Kampfspringen", erklärte der Team-Weltmeister von 2021, der sich im zweiten Durchgang noch deutlich verbesserte. Ein Anwärter auf Edelmetall ist der 35-Jährige in seiner derzeitigen Form allerdings sicher nicht.
Wellinger "insgesamt zufrieden"
Das gilt auch für Andreas Wellinger, über Jahre kongenialer Teampartner von Geiger, in diesem Winter aber ebenfalls noch nicht in Form. Immerhin erreichte Wellinger in Zakopane Platz 22 und bestätigte damit einen Aufwärtstrend.
"Man musste hier Glück haben. Insgesamt bin ich aber doch zufrieden", sagte Wellinger, der zuletzt achtmal in Folge den zweiten Durchgang verpasst hatte: "Weiter geht's!"
Bezeichnend: Zwei Startplätze ließ der DSV in Zakopane in Abwesenheit der verletzten Felix Hoffmann und Philipp Raimund komplett frei, auch das zeigt, wie dünn die Personaldecke derzeit im deutschen Team ist.
"Das Knie vom Felix muss weiter behandelt werden. Philipp geht es leicht besser. Wir müssen von Tag zu Tag schauen", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher in Zakopane.

