Die New England Patriots haben dank einer überragenden Defensivleistung beim 16:3-Erfolg über die Los Angeles Chargers erstmals seit sieben Jahren wieder ein Spiel in den NFL Playoffs gewonnen.
Chargers @ Patriots: Auf einen Blick
- Die Patriots gewannen eine Abwehrschlacht gegen die Chargers und stehen erstmals seit 2018 wieder in der Divisional Round. Es war zudem ihr erster Playoff-Sieg seit Super Bowl LIII.
- Justin Herbert kassierte sechs Sacks und verlor einen Fumble in einem erneut rabenschwarzen Abend in den Playoffs.
- Drake Maye setzte den Schlusspunkt mit einem Deep Ball zum Touchdown im vierten Viertel, nachdem er zuvor einen ähnlichen Touchdown liegen gelassen hatte.
Chargers @ Patriots: Die Analyse
Es war ein zähes Spiel von Beginn an, und schon nach den ersten Drives war klar, dass dies eine Abwehrschlacht werden würde. Drake Maye kassierte direkt beim ersten 3rd Down einen Sack, der zum Punt führte. Nach einem Punt der Chargers warf Maye tief in der eigenen Red Zone eine Interception – Teair Tart fälschte den Ball an der Line ab, und Daiyan Henley schnappte sich den Pick. Punkte erzielten die Gäste daraufhin aber nicht, denn die Patriots stoppten eine äußerst eintönige Serie mit drei Runs von Justin Herbert (ein Scramble) in Serie, gefolgt von einer Incompletion nach einem Blitz bei 4th Down.
Die Patriots marschierten dann, angeführt von einem 48-Yard-Catch-and-Run von Rhamondre Stevenson, bis in die gegnerische Red Zone, begnügten sich dort jedoch mit einem 23-Yard-Field-Goal. Die Chargers antworteten ihrerseits mit einem Red-Zone-Drive und ebenfalls einem Field Goal – Cameron Dicker aus 21 Yards. Es folgten zwei Punts und zwei Sacks gegen Herbert, ehe die Patriots innerhalb der letzten zwei Minuten nochmal den Ball bekamen. Sie hatten jedoch Glück, dass bei einem der Sacks ein klarer Schlag gegen Herberts Helm von Milton Williams übersehen wurde.
Maye jedenfalls scrambelte über 37 Yards und brachte damit Borregales nochmal in Position für ein 35-Yard-Field-Goal zur 6:3-Pausenführung. Nach dem Break gelang der nächste Patriots-Stopp, und man fand sich erneut schnell in der Red Zone wieder. Dort ließ Rookie-Left-Tackle Will Campbell Odafe Oweh passieren, der einen weiteren Sack gegen Maye samt Fumble schaffte – Turnover kurz vor der Endzone!
Die Chargers jedoch punteten schnell erneut, und wenig später vergab Maye die Chance auf den ersten Touchdown, weil er Austin Hooper auf dem Weg in die Endzone überwarf. Es blieb dann nur beim dritten Field Goal aus 39 Yards - 9:3 New England nach drei Vierteln.
Die Patriots-Defense dominierte jedoch weiter und erzwang den nächsten Punt durch einen Pass Breakup von Christian Gonzalez gegen Quentin Johnston an der Seitenlinie. Gonzalez verließ danach das Spiel mit einer Gehirnerschütterung. Die Patriots-Offense machte es daraufhin besser, und Maye feuerte schließlich einen 28-Yard-Touchdown-Pass über Derwin James zu Hunter Henry nach Play Action zur Vorentscheidung mit weniger als zehn Minuten zu spielen.
Das stellte zugleich den Endstand von 16:3 her, denn in der Folge gelang den Chargers nicht mehr viel, und die Patriots brachten ihren ersten Playoff-Sieg seit sieben Jahren nach Hause. Durch diesen Erfolg steht bereits fest, dass der Sieger des Duells zwischen den Steelers und Texans in der Divisional Round nach Foxboro kommen wird.
Los Angeles Chargers (11-6, #7) @ Philadelphia Eagles (14-3, #2)
Ergebnis: 3:16 (0:0, 3:6, 0:3, 0:7) BOXSCORE
Chargers @ Patriots: Die wichtigsten Statistiken
- Der Scramble-Run von Maye kurz vor der Pause über 37 Yards war der längste Run eines Patriots-Quarterbacks in der Playoff-Geschichte.
- Für die Patriots ist es der erste Playoff-Sieg seit Super Bowl LIII gegen die Rams und der erste seit Tom Brady das Team nach der Saison 2019 verlassen hat.
- Die Chargers waren 1-10 bei 3rd Down (Patriots: 4-10) und 0-2 in der Red Zone (Patriots: 0-3). Doch obwohl beide Teams fast gleich viele Plays gelaufen sind, hatten die Patriots rund 180 Yards mehr auf dem Konto.
- Oweh schaffte drei Sacks für die Chargers, Williams und K'Lavon Chaisson erzielten jeweils zwei Sacks für die Patriots.
Der Star des Spiels: Christian Gonzalez (Cornerback, Patriots)
Er brachte das Spiel aufgrund einer Gehirnerschütterung zwar nicht zu Ende, doch bis zu seinem Abgang pitchte er im Grunde einen Shutout. Ob in Man oder Zone Coverage dominierte der Cornerback und ließ bei vier Targets keinen einzigen Catch zu. Er ebnete damit wie kein Zweiter den Weg zu einer starken Coverage-Leistung, die zu mehreren Sacks und ultimativ Stopps führte.
Der Flop des Spiels: Justin Herbert (Quarterback, Chargers)
Natürlich war die Offensive Line schlecht, aber das ist aufgrund der Personallage auch zu erwarten gewesen. Doch Herbert machte auch herzlich wenig aus den Möglichkeiten, die er dennoch hatte gegen eine Defense, die durchaus etwas zugelassen hätte. Er war oft zu ungenau und kassierte zu viele Sacks (6). Im Vergleich zu Maye machte er zwar weniger Fehler, doch waren auch keine Big Plays dabei.
Analyse: Chargers @ Patriots - das fiel taktisch auf
- Die Chargers spielten wie üblich viel Zone Coverage. In der Red Zone und bei 3rd Down stellten sie jedoch gerne auf Man um und machten den Patriots durch die Luft das Leben schwer. Zudem blitzten sie in allen möglichen Downs, was sie in dieser Hinsicht schwer berechenbar machte.
- Was Personnel betrifft, spielten die Chargers im Grunde alles, was geht. Sie spielten hauptsächlich in Nickel und Base, mixten aber auch Dime und selbst Dollar mit rein. Das Ergebnis waren meist keine offenen Receiver und wenig Räume für längere Pässe, auch wenn Maye in der zweiten Hälfte das eine oder andere Mal Lücken in den Zones fand.
- Die Patriots wiederum beschränkten sich auf Nickel sowie Base und Dime in weniger hohem Maße. Sie spielten überwiegend Zone, hatten aber ebenfalls unregelmäßige Spots in Man Coverage. Ihre Blitzes kamen meist in späten Downs und an der Goal Line.
- Die Patriots versuchten immer wieder die Kreise von Herbert im Run Game einzudämmen und stellten daher ihren schnellen Linebacker Elliss als Spy auf, der Herbert häufiger vom Scramble abhielt.







