Das Rennen um die letzten beiden Olympia-Startplätze bei den norwegischen Biathlon-Männern ist in vollem Gange. Bisher nicht berücksichtigt wurde Martin Uldal, obwohl er in dieser Saison bereits zwei zweite Plätze holte. Sein Problem dabei war allerdings das Timing.
Dass Martin Uldal nicht Teil der ersten Nominierungswelle für die Olympischen Spiele war, kam für viele durchaus überraschend. Für ihn selbst allerdings nicht.
"Ich denke, das ist verdient", gab er gegenüber "NRK" offen und ehrlich zu, dass er nicht genug getan hat, um seinen Startplatz vorzeitig zu bekommen. Sein Problem: Seine mit Abstand besten Leistungen zeigte er beim Weltcup in Östersund, der ersten Station des Winters. Dort lief er zwei Mal auf das Podest. Seitdem kam von ihm aber nur wenig.
"Das waren die ersten beiden Rennen der Saison und das ist nun schon eine Weile her. Man kann die Tickets nicht schon so früh vergeben", zeigte er Verständnis für seine bisherige Nicht-Nominierung.
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Auch Teammanager Per Arne Botnan teilt diese Einschätzung. "Er hat seine Ergebnisse ziemlich früh geholt, also muss er zeigen, dass er jetzt da ist, um für das Olympia-Team ausgewählt zu werden", sagte der Verantwortliche.
Norwegen hält an Olympia-Trainingslager fest
An anderer Stelle haben die norwegischen Olympia-Planungen derweil schon konkrete Formen angenommen. So verriet Botnan vor den Rennen in Oberhof, dass das letzte Trainingslager des Teams nun noch in Lavazè stattfinden wird, dem Ort, an dem Sivert Bakken kurz vor Weihnachten sein Leben verlor.
Man habe gemeinsam mit den Athletinnen und Athleten "einige Diskussionen" geführt, "aber viele Leute denken, dass uns Sivert vor das Schienbein getreten hätte, wenn wir den nächstbesten Ort ausgewählt hätten", begründete der Verantwortliche.
Laut Botnan ist man mit dem Thema zeitnah nach Bakkens Tod auf die anderen Athletinnen und Athleten zugegangen. "Und nachdem die Mehrheit darüber nachgedacht hat, wollten sie es. Wie ich gesagt habe: Sivert hätte nicht gewollt, dass wir die zweitbeste Option wählen, also haben wir die beste genommen."
"Es hätte alles nur noch schlimmer gemacht"
Johannes Dale-Skjevdal gab gegenüber "TV2" ebenfalls Einblick in die Entscheidungsfindung. "Wir haben darüber gesprochen und für mich ist es sehr gut. Meine Meinung ist, dass es alles nur noch schlimmer gemacht hätte, wenn wir nie mehr dort hin gegangen wären. Es ist sehr wichtig für mich, an diesen Ort zurückzukehren."
Gleichwohl sagte der Olympia-Starter aber auch, dass seine Meinung in dieser Sache nur zweitrangig ist. Die Argumente der Leute, die zum Todeszeitpunkt mit Bakken in Lavazè waren, sollten "am meisten berücksichtigt werden", so Dale.
Der norwegische Verband, der seinen Athletinnen und Athleten nach Bakkens Tod mittlerweile psychologische Hilfe zur Seite gestellt hat, hatte in den vergangenen Tagen mehrfach erklärt, dass eine Änderung des olympischen Vorbereitungsplans in Betracht gezogen werde. Aufgrund der Kurzfristigkeit und der Größe des eigenen Stabs wäre es aber schwer geworden, eine geeignete Alternative zu finden.



