Das norwegische Team erlebt eine bittere Vierschanzentournee. Ein heimischer Experte zählt die Skisprung-Nation an und erklärt, was das mit dem Skandal aus der Vorsaison zu tun hat.
Auch beim Abschlussspringen in Bischofshofen blieb ein Satz in die Top 10 aus. Halvor Egner Granerud landete als bester Norweger auf Rang 13.
Auch in der Gesamtwertung sah es kaum besser aus. Bester Norweger ist Johann Andre Forfang auf Rang 13 mit mehr als 170 Punkten Rückstand auf den Sieger Domen Prevc. Vor einem Jahr belegte Forfang immerhin den vierten Platz.
"Es ist keine große Überraschung, dass das norwegische Team nicht ganz oben mit den Besten mithalten kann, wenn man bedenkt, was letztes Jahr passiert ist. Sie scheinen in Sachen Ausrüstung sehr konservativ zu sein, und dann bleibt man ein wenig hinter den besten Nationen zurück", sagte der norwegische Skisprungexperte Johan Remen Evensen dem Sender "NRK".
Rückblick: Im vergangenen Winter löste das norwegische Team einen großen Eklat aus. Die Spitzenspringer Johann André Forfang und Marius Lindvik standen rund um den Manipulationsskandal im Fokus.
Die anschließenden Sanktionen aber waren relativ milde. Umso lauter gerieten die Beteuerungen von Forfang und Lindvik, von nichts gewusst zu haben. Ihre Sperren waren zum Weltcup-Start abgegolten. Der Verband versuchte mit einer Anpassung und Verschärfung der Regeln auf den Skandal zu reagieren.
Norwegern sind die Hände gebunden
Nun waltet bei den Norwegern offenbar die große Vorsicht.
"Norwegen befindet sich in einer Lage, in der wir uns keinen weiteren Rückschlag dieser Art leisten können", sagte Experte Evensen weiter. "Ihnen sind die Hände gebunden. Sie können nicht über die Stränge schlagen und sie können auch nicht lautstark andere Nationen dafür kritisieren, die dies tun. Norwegen befindet sich also schlichtweg in einer Schachmatt-Situation."
Im vergangenen Jahr sei man "sicherlich ein größeres Risiko eingegangen, indem man die Grenzen auslotete, wie wir es im Skispringen gerne nennen", so der ehemalige Skispringer. "Man versuchte, das von der FIS festgelegte System in größerem Umfang auszunutzen."
In eine ähnliche Kerbe schlägt der ehemalige Tournee-Sieger Anders Jacobsen.
"Ich glaube, Norwegen hat ziemlich Angst davor, jetzt eine Strafe zu bekommen", sagte er. "Was in Trondheim passiert ist, sitzt wohl ziemlich tief in den Seelen der Beteiligten. Für die Athleten fühlt es sich wohl etwas unfair an, dass es so sein muss", sagte Jacobsen bei "NRK".


