Lewis Hamilton hat die Hoffnung noch nicht verloren: 2026 soll dank neuem Reglement in der Formel 1 mit Ferrari alles besser werden als im verkorksten Premierenjahr. Ein F1-Experte hegt allerdings Zweifel, ob das so kommt - vor allem wegen Hamilton selbst.
Lewis Hamilton und Ferrari - was als heftigste Formel-1-Romanze der jüngeren Motorsport-Geschichte vor einem Jahr mit so viel Hoffnung und Erwartungen begann, hat sich zu einer roten Misere entwickelt.
Der 40-jährige Brite kam im Ferrari nie wirklich in Tritt, fuhr seinem Scuderia-Rivalen Charles Leclerc zumeist ziemlich hoffnungslos hinterher und beendete die Fahrer-Weltmeisterschaft ohne Podestbesuch auf einem enttäuschenden 6. Platz.
Immerhin hat sich Hamilton in der Hoffnung in die Winterpause veranbschiedet, dass 2026 alles besser wird. In der kommenden Saison gilt ein neues Motorenreglement, das sich auf die Aerodynamik der Autos erheblich auswirkt. Mit anderen Worten: Die Karten werden neu gemischt - und aus dem Fahrerlager hört man, dass Ferrari zumindest in Sachen Aggregat nicht gerade schlecht bei der Musik ist.
"Sky"-Experte Ralf Schumacher zweifelt allerdings, dass Hamilton die Wende gelingt - neue Autos hin oder her. "Früher hätten Wintertests geholfen. Hinter den Kulissen hört man aber: Er mag keine Simulatoren. Und er sucht immer noch das Fahrgefühl von früher. Das zeigt mir: Es ist nicht nur das Alter, sondern auch der Kopf. Er ist nicht mehr bereit, sich zu öffnen", sagte Schumacher im Interview mit "Sport1".
Er kenne das aus eigener Erfahrung", wennschon "auf anderem Niveau", so der sechsmalige Grand-Prix-Sieger.
Schumacher sieht "riesigen Nachteil" für Hamilton
Hamilton also zu alt und festgefahren, um den Bock umzustoßen? Er halte die Chance für "gering", dass sich der Rekordweltmeister 2025 stärker auf das neue Ferrari-Paket einlässt. "Das Auto wird nervöser, Leclerc kann damit umgehen, Hamilton braucht Sicherheit im Heck", sagte Schumacher.
Der 50-Jährige merkte an, dass Hamilton noch "nie der große Setup-Arbeiter" gewesen sei. "Das wusste man schon aus der Formel-3-Zeit. Toto Wolff hat bei Mercedes immer gesagt: Die Fahrer fahren, das Team macht das Setup. Das kann man nicht von heute auf morgen ändern. Das ist eine Schwäche."
Schumacher riet Hamilton außerdem dazu, die Beziehung zu seinem Renningenieur Riccardo Adami zu erneuern. "Er und sein Ingenieur sollten mal gemeinsam Urlaub machen. Die Chemie passt nicht. Das ist ein riesiger Nachteil."
Was dem TV-Experten an Hamiltons Ferrari-Zeit bisher missfällt, "ist der Umgang mit seinen Problemen. Dieses Hin-und-Her, dieses Resignieren. Von jemandem mit seinem Status erwarte ich mehr."


