Titelverteidiger Luke Littler ist seiner Favoritenrolle bei der Darts-WM 2026 im Viertelfinale gegen Krzysztof Ratajski gerecht geworden. Gegen den "Polish Eagle" gewann der 18-Jährige unter lautstarker Anfeuerung des Publikums im Londoner "Ally Pally" nur wenige Tage nach seiner deutlichen Fan-Kritik deutlich mit 5:0.
Gleich den ersten Satz schnappte sich "The Nuke" mit einem Ausrufzeichen: Bei Anwurf von Ratajski stellte sich Littler im Decider 170 Punkte - und nahm den "Big Fish" gleich zur 1:0-Führung aus. Seine Freude über das Mega-Finish, das bei der Weltmeisterschaft bereits zum zwölften Mal rausgenommen wurde, verlieh der Teenager mit einem laustarken Schrei in Richtung des Publikums noch einmal Ausdruck.
Es begann das Showlaufen fürs Halbfinale, wo Ryan Searle auf die Nummer eins der Order of Merit wartet. "Heavy Metal" hatte bereits am Donnerstagmittag den Waliser Johnny Clayton mit 5:2 aus dem Weg geräumt. Ins Duell mit Littler, der gegen Ratajski einen Average von 99,46 Punkten auflegte, geht der Engländer aber trotz seiner starken WM-Leistungen als Außenseiter.
Ratajski bestraft wenige Littler-Fehler nicht
Satz zwei schnappte sich der 18-Jährige mit zwei High-Finishes im Eiltempo, auch nach der zweiten Pause hatte der "Polish Eagle" zunächst nicht den Hauch einer Chance. Littler ließ dem 49-Jährige kaum einen Dart auf die Doppel-Felder, stellte nach sechs perfekten Darts mit elf Würfen auf 3:0 in den Sätzen. Auch eine kleine Schwächephase des Weltmeisters im vierten Satz konnte Ratajski nicht nutzen.
Beim Stand von 2:2 schrammt der Pole zunächst hauchzart an einem 167er Finish vorbei, dann vergibt der Routinier zwei Satz-Darts auf D8. Littler ist mit dem dritten Versuch bei 40 Punkten Rest zur Stelle und ließ damit auch die letzte Hoffnung der Nummer 37 der Darts-Welt auf ein Mega-Comeback noch vor der dritten und letzten Unterbrechung verschwinden.
Der Gewinn des fünften Satzes war für Littler anschließend nur noch Formsache, der Top-Favorit auf den Titel beendete die Partie mit seinem ersten Matchdart, einer starken Doppel-Quote von knapp 56 Prozent (15/27) und zehn 180ern.
"Die Zuschauer waren heute Abend sehr gut – es ist Neujahr, also müssen einige neue Fans dabei sein", sagte Littler nach dem obligatorischen Siegerinterview auf der Bühne bei "Sky Sports". Bei seinem Achtelfinal-Erfolg gegen Rob Cross hatte sich der junge Engländer noch mit dem Publikum angelegt und dieses heftig kritisiert.


