Formel-1-Weltmeister Max Verstappen lässt Lando Norris' Vorwurf nicht stehen. Der McLaren-Pilot hatte seine Aussage, er hätte im MCL39 bereits den WM-Titel sicher, als "Nonsens" abgetan. Verstappen reagiert trocken: "Nein, ich lege nur alle Fakten auf den Tisch."
Damit befeuert der Niederländer die ohnehin aufgeheizte Stimmung vor dem Katar-Showdown.
Denn statistisch liegt er richtig: McLaren ist im Saisonschnitt im Qualifying rund zwei Zehntel pro Runde schneller und im Rennen gar um 0,33 Sekunden pro Runde - und dennoch ist Verstappen nur 25 Punkte hinter Norris. Eine erstaunliche Leistung mit einem sichtbar langsameren Auto.
Norris versucht die Aussage herunterzuspielen, rückt aber im selben Atemzug vom harten Ton ab. "Max kann sagen, was er will... Er hat vier WM-Titel, ich habe Respekt. Max hat bei vielem Ahnung - bei manchem aber auch nicht."
Der 26-Jährige unterstellt Red Bull eine "aggressive Kommunikationskultur", die seiner Meinung nach "oft Unsinn redet". Doch die Schärfe der Worte zeigt: Auch wenn Norris es nicht zugeben will - der Druck ist da. Denn er trägt in Katar seinen ersten Matchball: Holt er vier Punkte mehr als Piastri und einen mehr als Verstappen, ist er Weltmeister.
"Beim ersten WM-Kampf spürt man immer mehr Druck"
Verstappen lässt das Thema nicht emotional werden. Im Gegenteil: Er erklärt den Mechanismus eines ersten Titelkampfs fast väterlich. "Beim ersten WM-Kampf spürt man immer mehr Druck. Das ist normal - ich kenne das selbst sehr gut."
Gleichzeitig hebt er hervor, dass Piastri wieder stark sei und Norris' Polster zwar komfortabel, aber nicht unantastbar: "Es ist schwer vorherzusagen. Aber für Lando ist es dieses Wochenende etwas kniffliger."
McLaren-Boss Zak Brown sagt vorher, dass Verstappen in Kurve eins "all-in" gehen werde, da er weniger zu verlieren habe. Der Niederländer widerspricht nicht einmal: "Ja, besonders im Vergleich zu Lando. Aber ich werde nichts Verrücktes tun - das bringt niemandem etwas."
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Trotzdem: Die Faktenlage ist klar. Max Verstappen muss Lando Norris in Katar schlagen, sonst ist der WM-Kampf gelaufen. Und aufgrund der kurzen DRS-Zone, des geringen Reifenverschleißes und der starken McLaren-Rennpace wird es nach Kurve eins wohl kaum noch Chancen geben den WM-Leader zu überholen. Scheiden aber beide am Start aus, so ist Verstappens WM-Chance aber auch dahin.



