Trainer Vincent Kompany hat Luis Díaz nach dem Sieg des FC Bayern gegen den FC St. Pauli mit einem besonderen Kompliment herausgehoben.
Im normalen Sprachgebrauch wäre es nicht besonders nett gewesen, was Vincent Kompany nach dem 3:1-Erfolg des FC Bayern über den FC St. Pauli über Sommer-Neuzugang Luis Diaz sagte, doch im Fußball-Jargon darf die Bezeichnung "eklig" in den allermeisten Fällen getrost als Kompliment aufgefasst werden.
Und so kam Kompanys Satz - "Ich hätte das als Verteidiger auch eklig gefunden, gegen so einen Spieler zu spielen" - als Huldigung des Kolumbianers an. Díaz verkörperte nämlich gegen die Hamburger ein weiteres Mal genau jene Sorte eines unberechenbaren Angreifers, die einem Abwehrspieler den Schlaf raubt.
Schon die beiden Schlüsselszenen des Nachmittags zeigten, warum. Vor dem 1:1 war Díaz eigentlich vom Ball getrennt, behauptete ihn im Fallen dennoch und legte per Hacke auf Raphael Guerreiro ab. In der Nachspielzeit drückte er den Ball dann mit der Schulter zum 2:1 über die Linie - grenzwertig, aber regelkonform, ein typischer Moment des vielzitierten Bayern-Dusels.
Für Kompany war das jedoch weit mehr als nur Zufall: Im Chaos, so erklärte er, könne bei Díaz jederzeit etwas passieren, weil er permanent anspielbar bleibe und jede Unsicherheit des Gegners sofort bestrafe. "Chaos-Kreativität", nannte Kompany die Fähigkeit des Offensivgeistes.
Bayern-Boss: Díaz ist ein "Winnertyp"
Sportdirektor Christoph Freund bezeichnete den Sommerneuzugang derweil als "absoluten Winnertypen", der sich weder von vergebenen Chancen noch von Rückschlägen aus der Ruhe bringen lässt.
Wenn es schwierig wird, legt der 28-Jährige nach - eine Eigenschaft, die sich auch in seiner Bilanz niederschlägt: zweistellige Scorer-Zahlen (zwölf Treffer und sechs Vorlagen) bereits früh in der Saison, dazu enorme Laufbereitschaft und unermüdliches Pressing. Dass Bayern just in dem Spiel ohne den gesperrten Díaz die erste Saisonniederlage kassierte (1:3 in der Champions League gegen Arsenal), unterstreicht seinen Stellenwert zusätzlich.
Präsident Herbert Hainer hob vor allem die Zermürbungstaktik des Flügelspielers hervor: Díaz beschäftigt eine Abwehr über 90 Minuten, reißt Lücken, in die Mitspieler später stoßen. Solche Siege in der Nachspielzeit, so der FCB-Boss, seien Ausdruck einer neuen Widerstandsfähigkeit, die in den vergangenen Jahren gefehlt habe.
Die Münchner stehen mit historisch starker Bilanz souverän an der Spitze, doch Kompany warnt vor Arroganz – auch wenn er weiß, dass gerade Spieler wie Díaz der Grund sind, warum der Rekordmeister in dieser Saison wieder so sehr nach alten Bayern-Tugenden aussieht.




























