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Tour-Sieg geriet in Gefahr

Politt über Pogacar-Verletzung: "Keiner hat's gecheckt"

Foto: © IMAGO/Fotoreporter Sirotti Stefano
28. November 2025, 16:09
sport.de
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Während der Tour de France 2025 verletzte sich Tadej Pogacar am Knie. Die Teamkollegen des späteren Siegers fürchteten gar eine Aufgabe ihres Kapitäns. Nils Politt verriet nun, was sich in diesen bangen Tagen wirklich hinter den Kulissen abspielte.

Nachdem sich vor einigen Wochen bereits Tim Wellens zur bis dato unbekannten Knieverletzung von Tadej Pogacar bei der Tour de France 2025 äußerte und schilderte, was sich hinter verschlossenen Türen ereignete, gab nun auch Nils Politt einen Einblick in die Geschehnisse.    

"Es war so, dass er sich bei der Ventoux-Etappe, als er Jonas [Vingegaard] im Sprint noch ein paar Sekunden einschenken wollte, sein Knie am Lenker angeschlagen hat. Er hatte dann so etwas wie einen Bluterguss unter der Kniescheibe", plauderte Politt im Podcast "ULLE & RICK" von Jan Ullrich und Rick Zabel aus. 

Noch zwei Tage später sei Pogacar zu ihm gekommen und habe gesagt, dass er unter "extrem Knieschmerzen" leide. "Ich habe ihm dann gesagt, irgendwie werden wir das schon schaffen."

Pogacar hatte "extrem Bammel"

Pogacar selbst war jedoch nicht so sicher. "Er hatte schon extrem Bammel, weil die Etappe auf den Col de la Loze kam. Das war die Etappe, bei der er gesagt hat: 'Das letzte Mal bin ich gebrochen.' Da hat er extremen Respekt vor gehabt", sagte Politt mit Verweis auf das 18. Teilstück, auf dem es vor dem Schlussanstieg noch über den Glandon und den Madeleine ging. 

"Er hatte vor dem Madeleine Knieschmerzen und ich habe ihm gesagt, dass das Adrenalin gleich kommen wird und wir jetzt so schnell wie möglich fahren, damit wir Jumbo auch kaputt machen. Und dann sind wir einfach Vollgas in den Col de Madeline reingebrettert. Wir wussten, dass Jumbo dort was probieren möchte. Damit haben wir sie ein Stück weit eliminiert", zeigte sich Politt rückblickend zufrieden mit der strategischen Entscheidung, das Tempo am vorletzten Anstieg des Tages hoch zu halten.

Pogacar-Verletzung: "Keiner hat's gecheckt"

Mit der Zielankunft auf dem Col de la Loze hatten sich dann viele Sorgen erledigt. "Als wir die Etappe überstanden hatten, haben wir auch gesagt, jetzt haben wir es. Aber davor war es schon ein schweres Bangen im Bus. Alle waren sehr angespannt", erinnerte sich Politt, der sich durchaus wunderte, dass niemandem auffiel, wie angeschlagen der Mann in Gelb wirklich war. 

"Man muss still sein und kann nicht sagen, Tadej hat Knieschmerzen. Sein Knie war angeschwollen, das hat man gesehen. Aber keiner hat's gecheckt."

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